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	<title>Integrity Line Blog - Aktuelle Experten-Beiträge | integrityline.com</title>
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		<title>Whistleblower: Verräter oder Helden?</title>
		<link>https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/whistleblower-verraeter-helden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Angelina Dongauser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Jul 2023 09:21:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hinweisgebern haftet häufig ein negatives Image an – doch Whistleblower sind keine Denunzianten oder Verräter. Unternehmen können sogar von ihnen profitieren. <thumbnail_link>https://www.integrityline.com/wp-content/uploads/2023/07/integrityline-blog-denunziant.png</thumbnail_link>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/whistleblower-verraeter-helden/">Whistleblower: Verräter oder Helden?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/">EQS Integrity Line</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="105837" class="elementor elementor-105837" data-elementor-post-type="blog">
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							<p>Ellsberg gilt als einer der ersten <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-whistleblower/">Whistleblower</a>, und sein Fall war so spektakulär wie seine Enthüllungen schockierend waren. Er wurde wegen Spionage angeklagt, ihm drohten bis zu 115 Jahre Haft. 1973 wurde er freigesprochen. </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Whistleblower werden mit negativen Etiketten belegt</b></h2>		</div>
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							<p>Ähnlich wie Ellsberg sollten Jahrzehnte später auch die amerikanischen Whistleblower Edward Snowden und Chelsea Manning mit ihren Enthüllungen den Zorn der US-Regierung auf sich ziehen und öffentliche Meinung in Amerika spalten: Manche sehen in ihnen Verräter, andere schätzen ihre Enthüllungen als Dienst für die Gesellschaft.  </p><p>Immer wieder werden Hinweisgeber mit einem negativen Image belegt. Als im Dezember 2022 Informationen aus einer Betriebsversammlung des baden-württembergischen Unternehmens Kern-Liebers an die Presse drangen, reagierte ausgerechnet der Betriebsrat erbost: Informationen an die Presse zu geben sei rufschädigend und gefährde die Zukunft des Unternehmens, beklagte ein Betriebsratsmitglied.  </p><p>In Deutschland werden Whistleblower mitunter mit ahistorischen Vergleichen belegt und in die Nähe von Denunzianten oder Spitzeln gerückt. CDU-Politiker Volker Kauder sprach bei einer Bundestagsdebatte über Whistleblower 2011 sogar von „Blockwart-Mentalität“.  </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Hinweisgeber haben ein starkes moralisches Gerüst</b></h2>		</div>
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							<p>Tatsächlich schlagen Whistleblower aus ihrer Tätigkeit keinen Profit, sondern setzen sich im Gegenteil Risiken aus: Nicht ernst genommen zu werden, abgewiesen oder sogar benachteiligt und bestraft zu werden.  </p><p>Mitarbeitende, die fehlerhaftes oder strafrechtlich wirksames Verhalten innerhalb eines Unternehmens beobachten, wenden sich in den meisten Fällen zuerst an ihre direkten Vorgesetzten und versuchen, in ihrem Umfeld Gehör zu finden, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Erst wenn die eigenen Unternehmen oder Organisationen ihnen keinen Glauben schenken oder sie sogar unter Druck setzen, wenden sie sich an die breite Öffentlichkeit oder an die Medien – weil ihr moralischer Kompass so stark ist, dass sie die Augen nicht vor Unrecht verschließen können oder wollen.  </p><p>Dafür setzen sie Arbeitsbeziehungen und unter Umständen sogar ihren Job aufs Spiel, sprich: sie sind im Zweifel bereit, Nachteile für sich selbst in Kauf zu nehmen, um sich gegen Fehlverhalten, unlauteres Geschäftsgebaren, Korruption oder anderes Unrecht zu stellen.  </p><p>Dass diese Form von Engagement nicht nur Respekt verdient, sondern auch schützenswert ist, hat auch die Politik mittlerweile verstanden: Im Mai 2023 hat die Bundesregierung mit einjähriger Verzögerung die EU-Richtlinie zum Schutz von Hinweisgebern umgesetzt und das <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/hinweisgeberschutzgesetz/">Hinweisgeberschutzgesetz</a> erlassen, welches Schutzregelungen für Hinweisgeber in Unternehmen und Behörden aufstellt.  </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Machtmissbrauch durch Whistleblower ist unwahrscheinlich</b></h2>		</div>
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							<p>Auch wenn Unternehmen mittlerweile gesetzlich zur Einführung von Meldesystemen verpflichtet sind, fürchten viele Organisationen den Missbrauch dieser Systeme: Hartnäckig hält sich der Mythos, Arbeitnehmer würden – insbesondere anonyme Meldungen – für Falschmeldungen missbrauchen, um sich am Arbeitgeber zu rächen oder ihn in ein schlechtes Licht zu rücken. Doch das Hinweisgeberschutzgesetz regelt, dass Whistleblower bei vorsätzlich falschen oder grob fahrlässigen Meldungen für Schadenersatz haftbar sind.  </p><p>Tatsächlich zeigt sich auch in der Praxis, dass die Angst vor absichtlichen Falschmeldungen weitgehend unbegründet ist. Wirksame interne Whistleblowing-System stellen sicher, dass Hinweisgeber ihre Bedenken zunächst intern äußern und Unternehmen darauf reagieren können. Vernachlässigt eine Organisation die Untersuchung solcher Meldungen oder gibt Mitarbeitenden das Gefühl, sie müssen wegen eines Hinweises Nachteile fürchten, steigt hingegen die Gefahr, dass Whistleblower sich an externe Meldestellen oder Medien wenden.  </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Die Statistik zeigt: Die Mehrzahl der Hinweisgeber wollen ihrem Unternehmen nicht schaden</b></h2>		</div>
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							<p>Laut aktuellen Erhebungen liegt die Zahl der Fälle, in denen Whistleblower tatsächlich absichtlich Meldungen abgeben, um dem Unternehmen zu schaden, im einstelligen Bereich.  </p><p>Der <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/white-paper/bkms-benchmarking-report-2021/">BKMS® Benchmarking Report 2021</a> ergab beispielsweise, dass 78% der Befragten angeben, dass der Anteil missbräuchlicher Meldungen bei unter 2% liegt, 43% geben hier sogar einen Wert unter 1% an. Hinweisgeber bringen ihre Unternehmen langfristig sogar voran: Indem sie Missstände frühzeitig intern aufzeigen und Organisationen die Möglichkeit geben, umgehend zu reagieren, können sie Unternehmen vor größeren Schäden, möglicher Strafverfolgung und empfindlicher Strafzahlungen bewahren. So hatte der <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/white-paper/whistleblowing-report/">Whistleblowing Report 2021</a> zum Ergebnis, dass in 2023 rund ein Drittel der untersuchten Unternehmen über 80 Prozent des finanziellen Gesamtschadens, der durch Missstände entstanden ist, dank eines intern eingerichteten <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-hinweisgebersystem/">Hinweisgebersystems</a> aufdecken konnten. </p>						</div>
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							<p>Checkliste zum HinSchG</p>						</div>
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							<p>Die wichtigsten Schritte zur Erfüllung des neuen Gesetzes.</p>						</div>
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		<title>Whistleblowing: Was kirchliche Institutionen wissen müssen</title>
		<link>https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/hinweisgeberschutz-kirche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Angelina Dongauser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Mar 2023 10:36:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Expertenbeiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Hinweisgeberschutzgesetz gilt auch für Kirchen und kirchliche Einrichtungen. Wie setzt man es am besten um – und was ist mit dem Seelsorgegeheimnis?<thumbnail_link>https://www.integrityline.com/wp-content/uploads/2023/03/integrityline-blog-kirche-und-whistleblowing.jpg</thumbnail_link>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/hinweisgeberschutz-kirche/">Whistleblowing: Was kirchliche Institutionen wissen müssen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/">EQS Integrity Line</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="93678" class="elementor elementor-93678" data-elementor-post-type="blog">
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Was fordert das Hinweisgeberschutzgesetz?</b></h2>		</div>
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							<p>Das HinSchG hat die EU-Whistleblower-Richtlinie in nationales Recht <span style="font-size: 1rem;">überführt</span><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">. Es soll Beschäftigte schützen, die im Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätigkeit Verstöße entdecken und diese offenlegen. Organisationen ab einer Größe von mindestens 50 Mitarbeitenden sind dazu verpflichtet, sichere </span><a style="font-style: inherit; font-weight: inherit; background-color: #ffffff;" href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-hinweisgebersystem/">Hinweisgebersysteme</a><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;"> einzuführen. Sie müssen den Eingang einer Meldung innerhalb von sieben Tagen bestätigen und innerhalb von drei Monaten Rückmeldung geben, welche Maßnahmen sie ergriffen haben. Außerdem sind Repressalien gegen die hinweisgebende Person ausdrücklich verboten.  </span></p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Kirchen und kirchliche Einrichtungen ab 50 Beschäftigten sind betroffen</b></h2>		</div>
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							<p>Im Anwendungsbereich des Gesetzesentwurfs werden die evangelische und katholische Kirche und ihre Kirchengemeinden explizit als Beschäftigungsgeber genannt. So sind zum Beispiel die Landeskirchen, Diözesen/Bistümer, Kirchenkreise und Dekanate als Körperschaft des öffentlichen Rechts betroffen. Außerdem gilt das Gesetz für juristische Personen des privaten Rechts, zum Beispiel eingetragene Vereine, GmbHs und Stiftungen. Auch Kirchen und sonstige Religionsgemeinschaften, die nach entsprechenden Bestimmungen des Landesrechts anerkannt oder als Vereine im Sinne des BGB konstituiert sind, müssen das HinSchG umsetzen. </p><p>Nicht genau geregelt ist, ob ehrenamtliche Mitarbeiter als Beschäftigte im Sinne des Gesetzes zählen. Falls ja, würden auch kleinere kirchliche Einrichtungen womöglich die 50er-Schwelle überschreiten und müssten ein Hinweisgebersystem einführen. Die Formulierungen im Gesetzesentwurf lassen Interpretationsspielraum. Arbeitnehmende oder Mitarbeiter sind Ehrenamtliche eigentlich nicht, da sie keine Vergütungserwartung haben und auch nicht wirtschaftlich abhängig sind. Andererseits werden im Gesetzesentwurf laut § 3 Absatz 8 Nummer 4 nur ehrenamtliche Richter explizit ausgenommen. Daraus könnte man schließen, dass alle anderen Gruppen von Ehrenamtlichen als Beschäftigte gelten. </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Ist das Seelsorgegeheimnis berücksichtigt?</b></h2>		</div>
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							<p>Nachschärfen dürfte der Gesetzgeber vermutlich auch noch in Bezug auf das Beicht- und Seelsorgegespräch. Dieses genießt im deutschen Recht besonderen Schutz. Informationen, die ein Geistlicher währenddessen erhält, muss er nicht vor Gericht preisgeben. Auch geplante Straftaten, von denen er in seiner Funktion als Seelsorger erfährt, muss er nicht anzeigen. Im Hinweisgeberschutzgesetz ist das Seelsorgegeheimnis bisher allerding noch nicht berücksichtigt. Lediglich Berufsgeheimnisträger wie Rechtsanwälte, Verteidiger, Patentanwälte, Notare, Ärzte oder Apotheker sind von der Offenlegung ausgenommen, so § 5 Absatz 2 des Entwurfs. Die evangelische und katholische Kirche fordern daher in einer <a href="https://www.ekd.de/gemeinsame-stellungnahme-entwurf-hinweisgeberschutzgesetz-74074.htm">gemeinsamen Stellungnahme</a>, auch Geistliche in ihrer Eigenschaft als Seelsorger als Geheimnisträger aufzuführen. </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Können Kirchen eine zentrale Meldestelle einrichten?</b></h2>		</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Viele kirchliche Einrichtungen fragen sich, ob sie auch Ressourcen teilen und eine gemeinsame interne Hinweisgeberstelle einrichten können. Grundsätzlich besteht diese Möglichkeit für eingetragene Vereine und andere juristische Personen des Privatrechts. Für Landeskirchen, Diözesen/Bistümer, Kirchenkreise und Dekanate als Körperschaft des öffentlichen Rechts gibt es diese Möglichkeit nach aktuellem Gesetzestext nicht. Die evangelische und katholische Kirche kritisieren dies in ihrer gemeinsamen Stellungnahme. Sie bitten nachdrücklich darum, die öffentlich-rechtlichen Kirchen so zu behandeln wie Bund, Länder und Gemeinden. Diese dürfen Organisationseinheiten für die Einrichtung einer internen Meldestelle bilden. </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>So gelingt die Einführung eines Hinweisgebersystems</b></h2>		</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Hinweisgebersystem umzusetzen, zum Beispiel über einen Briefkasten, eine telefonische Anlaufstelle, eine Ombudsperson oder eine digitale Plattform. Letztere hat den Vorteil, dass sie rund um die Uhr und von überall erreichbar ist. Außerdem ermöglicht eine digitale Lösung anonymes Melden – laut <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/white-paper/whistleblowing-report/">Whistleblowing Report</a> 2021 die beliebteste Option bei Hinweisgebern. Am einfachsten gelingt die Einführung mit einer etablierten technischen Lösung und einem erfahrenen Dienstleister an der Seite. Wichtig sind zudem begleitende Kommunikationsmaßnahmen, um die Beschäftigten auf das neue System aufmerksam zu machen und sie zu ermutigen, Verstöße zu melden. Das <a href="https://www.domradio.de/artikel/bistum-augsburg-erlaesst-compliance-regeln-fuer-angestellte" target="_blank" rel="noopener">Bistum Augsburg</a> hat zum Beispiel schon eine Plattform etabliert, die vertrauliche Hinweise ermöglicht. Bereits 2019 hatte die Diözese Compliance-Regeln für ihre Verwaltung aufgestellt. Seit Dezember 2022 gelten diese nun auch für die rund 15.000 Beschäftigten in den Kirchengemeinden und Kitas. Damit ist das Bistum gut für das neue Hinweisgeberschutzgesetz aufgestellt. </p>						</div>
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							<p>Das Hinweisgeberschutzgesetz <span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">einfach und schnell umsetzen.</span></p>						</div>
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		<title>Hinweisgeberschutz in der Gesundheitsbranche: Das müssen Krankenhäuser beachten</title>
		<link>https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/hinweisgeberschutz-gesundheitsbranche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Angelina Dongauser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2023 13:02:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Expertenbeiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit dem Hinweisgeberschutzgesetz wird die Einrichtung von Meldesystemen auch für Krankenhäuser verpflichtend. Gastautor Prof. Dr. Andreas Becker erklärt, wie sich die Gesundheitsbranche auf das neue Gesetz vorbereiten sollte. <thumbnail_link>https://www.integrityline.com/wp-content/uploads/2023/01/integrityline-blog-hospitals-scaled.jpg</thumbnail_link>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/hinweisgeberschutz-gesundheitsbranche/">Hinweisgeberschutz in der Gesundheitsbranche: Das müssen Krankenhäuser beachten</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/">EQS Integrity Line</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="88513" class="elementor elementor-88513" data-elementor-post-type="blog">
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Welche Vorgaben macht das Hinweisgeberschutzgesetz? </h2>		</div>
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							<p>Mit dem Hinweisgeberschutzgesetz werden Unternehmen zur Einführung von sicheren Meldesystemen verpflichtet, mit denen unternehmensinterne Verstöße gemeldet werden können. Laut Gesetz müssen die Unternehmen innerhalb von 7 Tagen den Eingang der Meldungen bestätigen und innerhalb von drei Monaten Rückmeldung über die weiteren Maßnahmen geben. Das Gesetz schützt Hinweisgeberinnen und Hinweisgeber außerdem explizit: Es schreibt vor, dass Whistleblower keine Benachteiligungen erfahren und keinen Repressalien ausgesetzt werden dürfen.  </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Was heißt das Gesetz für die Anwendung im Krankenhaus?</h2>		</div>
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							<p>Grundsätzlich gilt auch hier, dass Hinweisgeberinnen und Hinweisgeber Verstöße wie Korruption und Bestechung, Betrug oder andere strafrechtlich relevante Vergehen melden können. Hinzu kommen Verstöße gegen Regelungen, die für das Gesundheitswesen gelten, etwa Nichtbeachtung oder Verletzungen des Infektionsschutzgesetz oder der Hygienevorschriften für medizinische Einrichtungen. In den Anwendungsbereich fallen zum Beispiel auch Strahlenschutz, Standards für den Umgang mit Organen und Substanzen menschlichen Ursprungs sowie der Schutz personenbezogener Daten. </p><p>Ausgenommen sind jedoch Meldungen, die die Verschwiegenheitspflicht von Ärzten und Apothekern verletzen würden. Damit stellt der Staat sicher, dass die vertrauliche Kommunikation zwischen Patientinnen und Patienten mit Ärztinnen und Ärzten, Pflegepersonal, Hebammen etc. gewahrt bleibt. Der Schutz der ärztlichen Schweigepflicht sollte allerdings nicht als Schutzschild gegen Meldungen verstanden werden, so breit kann er nicht ausgelegt werden. Missstände, z.B. in der Pflege, können gemeldet und offengelegt werden, insofern dabei keine spezifischen Patientendaten preisgegeben werden.  </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Was müssen Krankenhäuser bei der Einrichtung von Meldestellen beachten?</h2>		</div>
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							<p>Das Hinweisgeberschutzgesetz schreibt Unternehmen ab 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Einrichtung eines sicheren Hinweisgebersystems vor. Neben einem internen Meldekanal, etwa in Form eines <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-hinweisgebersystem/">elektronischen Hinweisgebersystems</a>, sieht die Regelung auch die Einrichtung einer externen Meldestelle beim Bundesamt für Justiz (BfJ) vor. Whistleblower haben zwar Wahlfreiheit, ob sie Hinweise über interne oder externe Meldestellen abgeben, jedoch sieht das Gesetz vor, dass interne Meldestellen vorrangig genutzt werden sollen. Die Meldekanäle sind nicht nur Anlaufstelle für regulär Beschäftigte, sondern auch für Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter. Unternehmen können sich sogar dazu entschließen, den Hinweisgeberkanal auch Geschäftspartnern zugänglich zu machen.  </p><p>Grundsätzlich muss eine mündliche, schriftliche sowohl persönliche Meldungsabgabe ermöglicht werden. Das Gesetz stellt Unternehmen frei, eine anonyme Meldungsfunktion einzurichten. Jedoch zeigen Studien und die Erfahrungen aus der Praxis, dass die Möglichkeit zur anonymen Meldung viele Hinweisgeberinnen und Hinweisgeber ermutigt, eine Meldung abzugeben. Ohne diese Option laufen Unternehmen Gefahr, dass ihnen wertvolle Hinweise entgehen. Laut dem <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/white-paper/whistleblowing-report/">Whistleblowing Report 2021</a> entscheiden sich 73,2 % der Whistleblower dafür anonym zu bleiben, wenn diese Möglichkeit besteht. Gerade im datensensiblen Gesundheitssystem kann die Hemmschwelle für eine Meldung besonders hoch und die Einrichtung einer anonymen Meldefunktion deshalb besonders nützlich sein. </p><p>Die interne Meldestelle kann von einer einzelnen Person, der Compliance-Abteilung oder einem außenstehenden Dritten betreut werden. Bei der Betreuung müssen Interessenskonflikte vermieden werden. Außerdem gilt es, die Meldung und die Identität der Hinweisgebenden vertraulich zu halten. </p><p>Manche Krankenhäuser haben bereits Meldestellen für Verstöße gegen hausinterne Richtlinien eingerichtet. Weil sie nicht in den Anwendungsbereich des Hinweisgeberschutzgesetzes fallen, sollten Krankenhäuser mithilfe einer Betriebsvereinbarung festlegen, dass der Schutz für Whistleblower auch bei Meldungen von Verletzungen hausinterner Richtlinien gilt.  </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Im Zentrum: Klinische Prozesse</h2>		</div>
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							<p>Viele Häuser regeln mit hausinternen Richtlinien zahlreiche klinische Prozesse, etwa Maßnahmen bei der Vorbereitung und Durchführung eines operativen Eingriffs. Die Regelungen orientieren sich zum Beispiel an Leitlinien von Fachgesellschaften oder der Qualitätsmanagement-Richtlinie (QM-RL) des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und <span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">sollen die Sicherheit von Patientinnen und Patienten gewährleisten. Doch nicht in jedem Fall ist ein Verstoß dagegen strafrechtlich relevant. Sprich: Solche Verletzungen fallen streng genommen nicht in den Anwendungsbereich des Hinweisgeberschutzgesetzes.  </span></p><p>Dennoch sollten Krankenhäuser die Meldung von Verstößen gegen hausinterne Richtlinien fördern, wenn sie nicht ohnehin schon eine Meldestelle dafür eingerichtet haben. Denn auch wenn nicht jede Verletzung gleich strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen muss, können Nachlässigkeiten zum Nachteil der Patientensicherheit katastrophale Konsequenzen haben, die zu zivilrechtlichen Klagen und einem erheblichen Imageschaden führen können.  </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Tipps für die technische Umsetzung</h2>		</div>
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							<p>Bei der Einrichtung von Meldestellen ist es in den meisten Fällen ratsam, sich für die technische Lösung einen Dienstleister an die Seite zu holen. Für Krankenhäuser würde es einen enormen Aufwand bedeuten, ein Hinweisgebersystem selbst zu programmieren und aufzusetzen – erst recht, weil zum Beispiel beim Thema Datenschutz sehr hohe Anforderungen an die Speicherung und das Hosten der Daten gelegt werden. In der Regel sind die Lizenzgebühren für die Software eines Dienstleisters wirtschaftlicher, zumal der externe Anbieter auch die Wartung und Pflege der Software gewährleistet. </p>						</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Hinweisgeberschutzgesetz in Österreich: Alles über das HSchG</title>
		<link>https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/das-oesterreichische-whistleblowinggesetz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Angelina Dongauser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Dec 2022 12:59:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtsvorschriften & Standards]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.integrityline.com/?post_type=blog&#038;p=29087</guid>

					<description><![CDATA[<p>Was ändert sich mit dem neuen Whistleblower-Gesetz in Österreich für betroffene Unternehmen und potentielle Whistleblower? <thumbnail_link>https://www.integrityline.com/wp-content/uploads/2021/12/integrity-line-blog-whistleblowing-law-austria.jpg</thumbnail_link>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/das-oesterreichische-whistleblowinggesetz/">Hinweisgeberschutzgesetz in Österreich: Alles über das HSchG</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/">EQS Integrity Line</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="29087" class="elementor elementor-29087" data-elementor-post-type="blog">
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							<p>In diesem Blogartikel finden Sie alles Wissenswerte über die österreichische Umsetzung der EU-Hinweisgeberrichtlinie („Richtlinie (EU) 2019/1937 zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden“) zusammen gefasst. Erfahren Sie hier, was das neue Gesetz für betroffene Unternehmen und potentielle Whistleblower in Österreich bedeutet.</p><p>Mit unserer kostenfreien <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/white-paper/checkliste-hinweisgeberinnenschutzgesetz-oesterreich/" rel="noopener">Checkliste zum HinweisgeberInnenschutzgesetz (HschG)</a> können Sie zudem alle Anforderungen des neuen Gesetzes Schritt für Schritt durchgehen und abhaken.</p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Was ist das HinweisgeberInnenschutzgesetz (HSchG) und wie ist der aktuelle Stand?</b></h2>		</div>
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							<p>Das HinweisgeberInnenschutzgesetz (HSchG), auch „Bundesgesetz über das Verfahren und den Schutz bei Hinweisen auf Rechtsverletzungen in bestimmten Rechtsbereichen“, ist die nationale Umsetzung der <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/white-paper/eu-whistleblowing-richtlinie/" rel="noopener">EU-Direktive 2019/1937</a>. Die EU wollte mit dieser Richtlinie erstmalig einheitliche Mindeststandards für den Schutz von Hinweisgebenden innerhalb ihrer Mitgliedsstaaten gewährleisten. </p><p>Die Inhalte des nationalen Gesetzes müssen mindestens den Anforderungen der Richtlinie entsprechen. Dem Gesetzgeber steht es offen, auf nationaler Ebene strengere Regelungen als in der EU-Richtlinie zu veranlassen und die Anwendungsbereiche bis in das nationale Gesetz auszuweiten. <span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Das österreichische </span><a style="font-style: inherit; font-weight: inherit; background-color: #ffffff;" href="https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2023_I_6/BGBLA_2023_I_6.pdfsig" target="_blank" rel="noopener">Bundesgesetz</a><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;"> sieht vor, dass der Schutz auf Meldungen über Verstöße gegen nationales Recht lediglich in Bezug auf den Straftatbestand der Korruption</span><b style="font-style: inherit;"> </b><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">ausgeweitet wird.</span></p><p>Die EU-Mitgliedsstaaten hatten bis zum 17. Dezember 2021 Zeit, die Richtlinie in nationale Gesetze umzusetzen. Österreich war, wie auch einige andere EU-Mitgliedsländer, mit der Umsetzung in Verzug, weswegen die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet hatte.</p><p><b>Dezember 2023:</b> Auch die Unternehmen ab 50 Beschäftigten fallen seit 17. Dezember unter das HSchG.</p><p><b>August 2023:</b> <span style="font-size: 1rem;">Das Gesetz gilt seit dem 25. August 2023 für Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden.</span></p><p><b>Februar 2023: </b>Am 25. Februar 2023 ist das Gesetz in Kraft getreten. <span style="font-size: 1rem; font-style: inherit; font-weight: inherit;">Am 16. Februar hat </span><span style="font-size: 1rem; font-style: inherit; font-weight: inherit;">der Bundesrat das Gesetz </span><span style="font-size: 1rem; font-style: inherit; font-weight: inherit;">verabschiedet</span><span style="font-size: 1rem; font-style: inherit; font-weight: inherit;">. Zuvor hatte der Nationalrat mehrheitlich für das Gesetz gestimmt. </span></p><p><span style="font-size: 1rem;"><b>Jänner 2023: </b>Der Entwurf passiert am 25. Jänner </span><span style="font-size: 1rem;">den Ausschuss für Arbeit und Soziales.</span></p><p><b>Dezember 2022: </b>Ein überarbeiteter <span style="font-size: 1rem;">Entwurf wird mittels Initiativantrag am 16. Dezember 2022 in das Parlament eingebracht.</span></p><p><span style="font-size: 1rem;"><b>Sommer 2022:</b> Der Entwurf wird begutachtet.</span></p><p><span style="font-size: 1rem;"><b>Juni 2022: </b>Der Begutachtungsentwurf für das (Bundes)-Umsetzungsgesetz liegt vor.</span></p>						</div>
				</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Wer und was fällt unter den Schutz des Gesetzes? </b></h2>		</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Das HinweisgeberInnenschutzgesetz schützt <b>natürliche Personen</b>, die aufgrund beruflicher Verbindung zu einem Rechtsträger Informationen über bestimmte Rechtsverletzungen (= Verstöße gegen Unionsrecht und das Korruptionsstrafrecht) erlangt haben und diese melden.&nbsp;</p>
<p>Darunter fallen Arbeitnehmende, Teilzeitbeschäftigte, befristet Beschäftigte, Freiberufler, Zulieferer, Dienstleister, Geschäftspartner und Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Dies umfasst auch ehemalige und künftige Arbeitnehmer. Geschützt sind nicht nur Hinweisgeberinnen und Hinweisgeber sondern beispielsweise auch Personen aus deren Umkreis. Geschützt sind nicht nur Hinweisgeberinnen und Hinweisgeber sondern beispielsweise auch Personen aus deren Umkreis, wie Angehörige und Kollegen und Kolleginnen.</p>
<p>Das Gesetz <strong>untersagt die zivil-, straf- oder verwaltungsrechtliche Haftung</strong> von Hinweisgebenden und verbietet arbeitsrechtliche Folgen und Repressalien wie&nbsp;Suspendierung, Kündigung, Herabstufung/Versagung von Beförderung, Änderung des Arbeitsorts/Arbeitszeit/Tätigkeitsbereich, Disziplinarmaßnahmen, Nötigung, Einschüchterung, Mobbing, Rufschädigung, Erfassen auf „schwarzer Liste“, psychiatrische Überweisung, usw.&nbsp;der Whistleblower.</p>
<p>Nicht geschützt sind Hinweisgeber bei der wissentlichen Abgabe von Falschmeldungen.</p>
<p>Wie in der EU-Richtlinie festgelegt, gilt zudem die <strong>Beweislastumkehr</strong>: Die Unternehmen müssen nachweisen, dass gegen Hinweisgeber gesetzte Maßnahmen nicht&nbsp;<span style="font-size: 1rem;">mit einer abgegebenen Meldung&nbsp;</span><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">in Verbindung stehen.&nbsp;</span></p>						</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Wer ist von der Umsetzung betroffen und welche Umsetzungsfristen sind vorgesehen? </b></h2>		</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Das Gesetz verpflichtet juristische Personen des privaten und öffentlichen Sektors ab 50 Mitarbeitenden zur Einrichtung von (unternehmens-) <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-hinweisgebersystem/">internen Meldekanälen</a> für Hinweisgeber und zur Reaktion auf eingehende Meldungen.</p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Das Bundesgesetz sieht die folgenden Umsetzungsfristen vor:</span></p>
<p><span style="font-style: inherit;">&#8211;&nbsp;</span><b>Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ab 250 Mitarbeitenden</b>: Müssen seit dem&nbsp;<span style="font-weight: inherit;">25. August 2023 das Gesetz erfüllen.</span></p>
<p>&#8211; <b>Unternehmen und öffentliche Einrichtungen mit 50-249 Mitarbeitenden</b>: Müssen seit dem 17. Dezember 2023 das Gesetz erfüllen.</p>						</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>In welchen Anwendungsbereich fällt das Gesetz? </b></h2>		</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Das Gesetz weitet den sachlichen Anwendungsbereich um die strafrechtlichen Korruptionstatbestände in §§ 302 bis 309 StGB aus und ist somit nicht allein auf das Unionsrecht wie in der Richtlinie beschränkt.</p><p>Nicht erfasste Bereich sind z. B. Verstöße gegen ausschließlich innerstaatliche gewerberechtliche Vorschriften und das nationale Strafrecht (mit Ausnahme Korruptionsstrafrecht). In manchen Landesgesetzen kann es jedoch zu erweiterten Anwendungsbereichen kommen. </p><p>Das Bundesgesetz deckt Meldungen von Verstößen gegen folgende Unionsrechtakte ab:</p>						</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
					<ul class="elementor-icon-list-items">
							<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Öffentliches Auftragswesen</span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Finanzdienstleistungen, Finanzprodukte und Finanzmärkte sowie Verhinderung von
Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung</span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Produktsicherheit und -konformität </span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Verkehrssicherheit </span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Umweltschutz </span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Strahlenschutz und kerntechnische Sicherheit</span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit, Tiergesundheit und Tierschutz   öffentliche Gesundheit </span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Verbraucherschutz </span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Schutz der Privatsphäre und personenbezogener Daten sowie Sicherheit von Netz- und Informationssystemen </span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Verhinderung und Ahndung von Straftaten nach den §§ 302 bis 309 des
Strafgesetzbuches (StGB), BGBl. Nr. 60/1974.</span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Teilweise komplexe Abgrenzungsfragen (z. B. im Vergaberecht)</span>
									</li>
						</ul>
				</div>
				</div>
				<div class="elementor-element elementor-element-5792e01 elementor-widget elementor-widget-heading" data-id="5792e01" data-element_type="widget" data-widget_type="heading.default">
				<div class="elementor-widget-container">
			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Welche Arten von Meldestellen gibt es für Whistleblower in Österreich? </b></h2>		</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Der österreichische Gesetzgeber bietet die Möglichkeit, sowohl an eine interne (innerhalb der Unternehmen oder Behörden) als auch an externe Stellen zu melden.</p>						</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Haben interne Meldekanäle Vorrang? </b></h2>		</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Das HinweisgeberInnenschutzgesetz verpflichtet Unternehmen und Behörden, die interne Hinweisgebung so zu gestalten, dass <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-whistleblower/">Whistleblower</a> vorzugsweise auf die interne Stelle zurückgreifen.</span></p>						</div>
				</div>
				<div class="elementor-element elementor-element-e378132 elementor-widget elementor-widget-heading" data-id="e378132" data-element_type="widget" data-widget_type="heading.default">
				<div class="elementor-widget-container">
			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Welche Maßnahmen müssen die betroffenen Unternehmen und Behörden in Österreich für interne Stellen umsetzen? </b></h2>		</div>
				</div>
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					<ul class="elementor-icon-list-items">
							<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Unternehmen und Organisationen müssen ein internes und sicheres Meldesystem für Hinweisgeber einrichten, welches DSGVO-konform ist. Dies kann in Form einer digitalen Whistleblower-Software, einer Telefon-Hotline oder eines Anrufbeantwortersystems geschehen.</span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Die Meldungen müssen in schriftlicher oder mündlicher Form abgegeben werden können. </span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Hinweisgeberinnen und Hinweisgeber sind berechtigt, gegebene Hinweise nach Entgegennahme durch die interne Stelle nachträglich noch zu ergänzen oder zu berichtigen.</span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Alle eingehenden Meldungen und deren Bearbeitung müssen dokumentiert werden. </span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Nach spätestens 7 Tagen muss eine Bestätigung über den Eingang der Meldung an den Hinweisgeber erfolgen. </span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Hinweisgeber haben innerhalb von 14 Tagen das Recht auf Zusammenkunft zur Besprechung des Hinweises</span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Spätestens 3 Monate nach Entgegennahme eines Hinweises muss der Whistleblower umfassend über die Art der Folgemaßnahmen wie z. B. interne Nachforschungen oder Untersuchungen informiert werden oder im Fall, dass die Hinweise nicht weiterverfolgt werden, aus welchen Gründen dies nicht geschieht. </span>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<span class="elementor-icon-list-icon">
							<i aria-hidden="true" class="fas fa-square-full"></i>						</span>
										<span class="elementor-icon-list-text">Unternehmen und Organisationen müssen leicht zugänglich und verständlich über den internen und externen Meldekanal, das Meldesystem sowie die Meldeprozesse informieren.</span>
									</li>
						</ul>
				</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Welche Behörden können als externe Meldestellen Hinweise entgegennehmen? </b></h2>		</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Als externe Stelle für den privaten und öffentlichen Sektor wird das Bundesamt für Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) Meldungen entgegen nehmen.</p><p>Die BAK muss jährlich einen Bericht über die eingegangen Hinweise, die Anzahl der Gerichtsverfahren, den verhinderten Schaden etc. öffentlich machen.</p><p>Zu den weiteren externen Stellen zählen insbesondere:</p><p>&#8211; die Finanzmarktaufsichtsbehörde aufgrund des Finanzmarkt-Geldwäschegesetzes und des Börsegesetzes 2018<br />&#8211; die Geldwäschemeldestelle aufgrund des Bundeskriminalamt-Gesetzes, BGBl. I Nr. 22/2002<br />&#8211; die Abschlussprüferaufsichtsbehörde aufgrund des Abschlussprüfer-Aufsichtsgesetzes<br />&#8211; das bei der Bundeswettbewerbsbehörde aufgrund des Wettbewerbsgesetzes, BGBl. I<br />Nr. 62/2002, eingerichtete <a href="https://www.integrityline.com/de/" target="_blank" rel="noopener">internetbasierte Hinweisgebersystem</a><br />&#8211; das bei der Bilanzbuchhaltungsbehörde aufgrund des Bilanzbuchhaltungsgesetzes 2014<br />eingerichtete internetbasierte Hinweisgebersystem<br />&#8211; das bei der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer aufgrund des<br />Wirtschaftstreuhandberufsgesetzes 2017 eingerichtete internetbasierte Hinweisgebersystem.</p>						</div>
				</div>
				<div class="elementor-element elementor-element-274f946 elementor-widget elementor-widget-heading" data-id="274f946" data-element_type="widget" data-widget_type="heading.default">
				<div class="elementor-widget-container">
			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Sind anonyme Meldungen zulässig?</b></h2>		</div>
				</div>
				<div class="elementor-element elementor-element-a59e879 elementor-widget elementor-widget-text-editor" data-id="a59e879" data-element_type="widget" data-widget_type="text-editor.default">
				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Ja, Hinweisgebende können anonyme Meldungen gegen einen Missstand abgeben und fallen unter den Schutz des Gesetzes.</p><p> </p>						</div>
				</div>
				<div class="elementor-element elementor-element-86db9c1 elementor-widget elementor-widget-heading" data-id="86db9c1" data-element_type="widget" data-widget_type="heading.default">
				<div class="elementor-widget-container">
			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Zentrale Meldestelle für Öffentliche Stellen</b></h2>		</div>
				</div>
				<div class="elementor-element elementor-element-445010c elementor-widget elementor-widget-text-editor" data-id="445010c" data-element_type="widget" data-widget_type="text-editor.default">
				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Die Bundesdisziplinarbehörde ist die gemeinsame, mit den Aufgaben der internen Stelle beauftragte Stelle, für alle Verwaltungsstellen des Bundes (Dienststellen und Zentralstellen einschließlich nachgeordneter Dienststellen im Sinne des § 278 des Beamten-Dienstrechtsgesetzes 1979) mit Ausnahme des Bundesministeriums für Landesverteidigung und des Bundesministeriums für Justiz sowie der diesen nachgeordneten Dienststellen.</p>						</div>
				</div>
				<div class="elementor-element elementor-element-ff58ec7 elementor-widget elementor-widget-heading" data-id="ff58ec7" data-element_type="widget" data-widget_type="heading.default">
				<div class="elementor-widget-container">
			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Strafen  </b></h2>		</div>
				</div>
				<div class="elementor-element elementor-element-a7c5a43 elementor-widget elementor-widget-text-editor" data-id="a7c5a43" data-element_type="widget" data-widget_type="text-editor.default">
				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Wer gegen das Bundesgesetz verstößt, z. B. wer eine Meldung behindert, die Vertraulichkeit verletzt oder verbotene Repressalien verhängt, begeht eine Verwaltungsübertretung und wird von der Bezirksverwaltungsbehörde mit einer Geldstrafe von bis zu 40.000 Euro bestraft.</p><p>Die Abgabe wissentlicher Falschmeldungen wird ebenfalls mit einer Geldbuße von bis zu 40.000 Euro geahndet.</p>						</div>
				</div>
				<div class="elementor-element elementor-element-c5659d3 elementor-widget elementor-widget-heading" data-id="c5659d3" data-element_type="widget" data-widget_type="heading.default">
				<div class="elementor-widget-container">
			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Unsere Einschätzung zum österreichischen Whistleblowinggesetz </b></h2>		</div>
				</div>
				<div class="elementor-element elementor-element-f2de9f2 elementor-widget elementor-widget-text-editor" data-id="f2de9f2" data-element_type="widget" data-widget_type="text-editor.default">
				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Von der Einrichtung eines internen Meldekanals sind ca. 6 000-8 000 österreichische Unternehmen betroffen. Die zahlreichen Skandale in der jüngsten Vergangenheit, die durch Whistleblowing aufgedeckt wurden, belegen aber auch, dass <span style="font-size: 1rem;">Informationen</span><span style="font-size: 1rem;"> von </span><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Hinweisgeberinnen und Hinweisgeber von enormem Wert für die Gesellschaft sind und daher besonders geschützt werden müssen.</span></p><p>Das österreichische Gesetz beschränkt sich nicht nur auf Unionsrecht, sondern weitet den Geltungsbereich auf wenigstens einen nationalen Sachverhalt, das Korruptionsstrafrecht, aus.  Dass sich das Bundesg<span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">esetz jedoch vor allem auf Korruptionsdelikte beschränkt, ist generell e</span><span style="font-size: 1rem;">her kritisch zu betrachten. </span><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Hier wäre es von unserer Seite wünschenswert, wenn das Gesetz sämtliche Straftatbestände des StGB erfassen würde.</span></p><p>Ein positiver Aspekt des Gesetzes ist, dass auch anonyme Meldungen von Hinweisgebern geschützt sind. Doch auch hier hätte der Gesetzgeber einen Schritt weiter gehen können und die Meldestellen dazu verpflichten, anonymen Hinweisen nachgehen zu müssen.</p><p>Unser österreichisches Team unterstützt Sie gerne bei der Umsetzung des neuen Gesetzes. <a href="https://www.integrityline.com/de/demo/" rel="noopener">Vereinbaren Sie gleich einen unverbindlichen Beratungstermin.  </a></p>						</div>
				</div>
					</div>
		</div>
					</div>
		</section>
					</div>
		</div>
					</div>
		</section>
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							<p>EU-Whistleblowing-Richtlinie &#8211; Alles was Sie jetzt wissen müssen</p>						</div>
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							<p>Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Richtlinie in Ihrem Unternehmen schnell und einfach umsetzen können.</p>						</div>
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		<title>Was Personaler über Whistleblowing und Hinweisgeberschutz wissen sollten</title>
		<link>https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/hr-hinweisgeberschutz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Angelina Dongauser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Nov 2022 11:24:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.integrityline.com/?post_type=blog&#038;p=83354</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die HR-Abteilung spielt für glaubwürdige Compliance und im Ernstfall bei der Untersuchung von Meldungen eine wichtige Rolle. <thumbnail_link>https://www.integrityline.com/wp-content/uploads/2022/11/integrityline-blog-HR-whistleblowing.jpg</thumbnail_link>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/hr-hinweisgeberschutz/">Was Personaler über Whistleblowing und Hinweisgeberschutz wissen sollten</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/">EQS Integrity Line</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="83354" class="elementor elementor-83354" data-elementor-post-type="blog">
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Eine Grundlage legen</b></h2>		</div>
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							<p>Personalabteilungen übernehmen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, eine vertrauensvolle und angenehme Unternehmenskultur zu etablieren. Sie sollten natürlich mit dem <a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/7-tipps-code-of-conduct/" target="_blank" rel="noopener">Code of Conduct</a>  gut vertraut sein und die Werte des Unternehmens vertreten bzw. auch selbst vorleben. </p><p>Nur wenn alle Bereiche des Unternehmens – von der <a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/warum-ist-ethische-unternehmensfuehrung-schwer/" target="_blank" rel="noopener">Führungsriege</a>  über das mittlere Management bis in alle Abteilungen – Compliance aktiv vorleben und mittragen, wird eine Compliance-Strategie auch glaubwürdig und es kann sich eine <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/speak-up-kultur/" target="_blank" rel="noopener">Speak-Up-Kultur</a> etablieren, in der sich Angestellte ethisch und rechtlich korrekt verhalten und sich auch trauen, auf Missstände hinzuweisen. Die Personalabteilung kann das Wissen und die Voraussetzungen dafür mittels regelmäßiger Schulungen in die einzelnen Abteilungen tragen. Wenn Ethik, Transparenz und verantwortungsbewusstes Handeln als Unternehmenskultur etabliert und gefestigt werden, kann die Personalabteilung Mitarbeitende verstärkt dazu ermutigen, von internen Meldekanälen Gebrauch zu machen. </p><p>Human Resources sollte neue Angestellte daher beim Onboarding direkt über den Code of Conduct unterrichten und darauf hinweisen, dass das Unternehmen eine interne Meldestelle  eingerichtet hat. Die Personalabteilung sollte sicher gehen, dass das <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-hinweisgebersystem/">Hinweisgebersystem</a>  für alle Mitarbeitenden problemlos erreichbar ist, etwa durch eine Verlinkung im Intranet. </p><div> </div>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Zusammenarbeit mit der Compliance-Abteilung</b></h2>		</div>
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							<p>Weil die <a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/compliance-abteilung-aufbau/" target="_blank" rel="noopener">Compliance-Abteilung</a>&nbsp; unter anderem Regeln für das Verhalten der Mitarbeitenden aufstellt, haben nicht nur die <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/betriebsrat-compliance-hinweisgeberschutz/">Betriebsräte&nbsp;</a> als Interessensvertreter der Belegschaft ein Wort mitzureden; sie betreffen auch direkt die Verantwortungsbereiche der Personalabteilung. Es ist absolut ratsam, dass <a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/hr-und-compliance/" target="_blank" rel="noopener">Human Resources&nbsp;</a> eng mit der Compliance- und der Rechtsabteilung zusammenarbeitet, um gemeinsam die Compliance-Richtlinien und den Code of Conduct zu entwickeln.&nbsp;</p>
<p>Kommt es zu Verstößen, liegen die disziplinarischen Folgen bei der Personalabteilung und sollten in Abstimmung mit der Rechtsabteilung erfolgen. Nicht zuletzt unterstützt das Human Resources-Management idealerweise durch Schulungen den Aufbau und Erhalt der Compliance-Kultur und unterrichtet Mitarbeitende über ihre Rechte.</p>
<div><br></div>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Blick in die eigenen Reihen</b></h2>		</div>
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							<p>Bei aller Konzentration auf die Mitarbeitenden dürfen Personalabteilungen den Blick nach innen nicht vergessen: Verhalten sich auch die eigenen Team-Mitglieder dem Code of Conduct und der geltenden Regelungen entsprechend? Human Resources sollte sicher gehen, dass auch die Prozesse in der eigenen Abteilung transparent gestaltet sind und prüfen bzw. ein Konzept entwickeln, wie auf Fehlverhalten oder Meldungen auf Missstände aus den Reihen der Personalabteilung reagiert und umgegangen wird und welche Konsequenzen dies zur Folge hat. Gerade weil Personalabteilungen bei einem Compliance-Fall im Unternehmen wichtige AnsprechpartnerInnen sind, müssen sie selbst auch höchsten Compliance-Ansprüchen genügen.</p>						</div>
				</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Das Hinweisgeberschutzgesetz </b></h2>		</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Mit dem im Juli 2023 in Kraft getretenen <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/hinweisgeberschutzgesetz/">Hinweisgeberschutzgesetz </a>(HinSchG), das die <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/white-paper/eu-whistleblowing-richtlinie/">EU-Whistleblowing-Richtlinie</a>&nbsp; in deutsches Recht überführt hat, schreibt der Gesetzgeber Organisationen ab 50 Mitarbeitenden die Einrichtung eines sicheren Hinweisgebersystems vor.&nbsp;</p><p>Das Gesetz ermöglicht zwei Meldekanäle: Neben der Pflicht zur Einrichtung eines internen Meldekanals gibt es auch eine externe Meldestelle, die beim Bundesamt für Justiz (BfJ) angesiedelt ist.</p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Wenn der Ernstfall eintritt</b></h2>		</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Geht eine Meldung ein, muss das Unternehmen zügig reagieren: Das Gesetz gibt vor, dass innerhalb von sieben Tagen nach Eingang der Meldung eine Eingangsbestätigung an die Hinweisgeberin oder den Hinweisgeber ergehen muss und eine Rückmeldung über das Ergebnis und die Konsequenzen der Untersuchung innerhalb von drei Monaten erfolgen sollte. </p><p>Wird die Meldung nicht von einem externen Experten untersucht, sondern intern betrachtet, können Personaler zum Compliance-Team hinzugezogen werden. Zuweilen kann Human Resources die Stichhaltigkeit oder Konsequenzen eines Vorwurfs sogar am besten beurteilen, etwa wenn sie sich direkt auf das Fehlverhalten einer Person beziehen. </p><p>Innerhalb eines Compliance-Verfahrens kann das Human Resources-Team über den Nachrichtenkanal der Hinweisgeberplattform mit der Hinweisgeberin oder dem Hinweisgeber auch ethische Fragen besprechen und Ängste vor Repressalien ausräumen, denn für Hinweisgebende ist der Prozess des Whistleblowings stressig und mitunter emotional. Hier kann es auch zu den Aufgaben der Personaler gehören, dass sich Mitarbeitende arbeitsrechtlich sicher fühlen.</p><div> </div>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Arbeitsrecht und Whistleblowing</b></h2>		</div>
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							<p>Die EU-Direktive und das Hinweisgeberschutzgesetz schreiben vor, dass Mitarbeitende nach der Meldung auf Missstände keine Repressalien am Arbeitsplatz erfahren dürfen. Dazu zählen Mobbing und Diskriminierung, das Verweigern einer Beförderung, Strafversetzungen und natürlich Kündigungen. </p><p>Handelt es sich nicht um eine anonyme Meldung und der Name des Whistleblowers oder der Whistleblowerin ist intern bekannt, ist es nicht nur Aufgabe des Betriebsrats, sich für die oder den Angestellten einzusetzen. Auch der Personalabteilung sollte daran gelegen sein, Mitarbeitende vor Repressalien zu schützen, um das Vertrauen der Mitarbeiter ins Unternehmen und in eine ernst gemeinte Compliance zu erhalten.</p><p>Kommt es nach einer internen Meldung doch zu einer arbeitsrechtlichen Maßnahme gegen eine Angestellte oder einen Angestellten, müssen Unternehmen im Zweifelsfall nachweisen können, dass sie nicht mit dem Whistleblowing der Person zusammenhängen. Um sich abzusichern, sollten Personalabteilungen im Sinne einer Beweislastumkehr die Gründe und Schritte von arbeitsrechtlichen Maßnahmen ausreichend dokumentieren, um das Verhalten des Unternehmens bei einer arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzung erklären zu können.</p><p>Und im äußerst seltenen Fall, dass Hinweisgebende eine vorsätzlich falsche Meldung machen, übernimmt die Personalabteilung die disziplinarischen Maßnahmen wie Abmahnungen oder sogar Kündigung – auch ein strafrechtliches Verfahren gegen den Mitarbeitenden oder die Mitarbeitende ist dann nicht ausgeschlossen.</p><div> </div>						</div>
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							<p>Fit für&#8217;s HinSchG in nur 3 Schritten</p>						</div>
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							<p>Das Hinweisgeberschutzgesetz <span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">einfach und schnell umsetzen.</span></p>						</div>
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		<title>Warum sich Aufsichtsräte mit Hinweisgeberschutz befassen sollten</title>
		<link>https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/aufsichtsrat-hinweisgeberschutz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dittm-ulrike]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Aug 2022 15:03:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.integrityline.com/?post_type=blog&#038;p=69008</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Aufsichtsrat ist für die Kontrolle und Beratung des Vorstands zuständig und muss sich im Zuge neuer Gesetze auch mit Hinweisgeberschutz und Hinweisgebersystemen auseinandersetzen. Wir zeigen auf, welche Rolle der Aufsichtsrat bei diesen Themen einnehmen kann.<thumbnail_link>https://www.integrityline.com/wp-content/uploads/2022/08/eqs-group-blog-aufsichtsrat-compliance.jpg</thumbnail_link>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="69008" class="elementor elementor-69008" data-elementor-post-type="blog">
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Warum ist Compliance für Aufsichtsräte von Bedeutung? </b> </h2>		</div>
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							<p>Der Aufsichtsrat ist für die Kontrolle und Beratung des Vorstands zuständig und stellt damit als höchste Kontrollinstanz sicher, dass sich ein Unternehmen regelkonform verhält. Im <a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/bedeutung-update-dcgk/" target="_blank" rel="noopener">Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK)</a> wird Compliance als Aufgabe des Vorstands definiert: <span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">„Der Vorstand hat für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmerischen Richtlinien zu sorgen und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (</span><a style="font-style: inherit; font-weight: inherit; background-color: #ffffff;" href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/was-ist-compliance/" target="_blank" rel="noopener">Compliance</a><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">).“ </span></p><p><span style="font-size: 1rem;">Der Aufsichtsrat steht selbst in der Haftung, wenn er seinen Kontrollpflichten in Bezug auf den Vorstand und dessen Pflicht zur Einhaltung von Compliance-Regelungen nicht nachkommt. Ignoriert oder übersieht er Compliance-Mängel, kann der Aufsichtsrat dafür haftbar gemacht werden. </span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Zu den gesetzlichen Bestimmungen gehören Regelungen, die zunächst auf EU-Ebene und als Teil der Umsetzung im Anschluss von der Bundesregierung beschlossen wurden. Das EU-Parlament hatte Ende 2019 die </span><a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/white-paper/eu-whistleblowing-richtlinie/" rel="noopener">Whistleblower-Richtlinie</a><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;"> verabschiedet, die unter anderem die Einführung von internen </span><a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-hinweisgebersystem/" target="_blank" rel="noopener">Hinweisgebersystemen</a><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;"> für Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden vorschreibt. </span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Das </span><span style="font-size: 1rem;">deutsche</span><span style="font-size: 1rem;"> </span><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;"><a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/hinweisgeberschutzgesetz/">Hinweisgeberschutzgesetz</a> ist seit Juli 2023 in Kraft und </span><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">regelt die Abläufe und Gestaltung für die internen Meldekanäle in den Unternehmen. Das neue Gesetz empfiehlt außerdem die Bearbeitung von <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-whistleblowing-system/" target="_blank" rel="noopener">anonymen Meldung von Missständen</a>. Diese konkreten Vorgaben müssen Unternehmen und Organisationen rechtssicher erfüllen, um weder hohe Bußgelder noch irreparable Reputationsschäden zu riskieren,</span></p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Welche Rolle kann der Aufsichtsrat bei Compliance spielen? </b></h2>		</div>
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							<p>Um ihrer Kontrollfunktion nachzukommen, müssen die Mitglieder des Aufsichtsrats sich mit dem Thema Compliance vertraut machen. Sie sollten sich in die aktuelle Gesetzeslage, Themen wie den <a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/7-tipps-code-of-conduct/" target="_blank" rel="noopener">Code of Conduct</a>, elektronische Hinweisgebersysteme und den Umgang mit Whistleblowern einarbeiten. Nur wer die rechtlichen Vorgaben und Best Practices für Unternehmen versteht, kann ein <a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/compliance-management-system/" target="_blank" rel="noopener">Compliance-Management-System</a> kenntnisreich auf Schwachstellen prüfen. </p><p>Denn der Aufsichtsrat überwacht nicht nur, ob es ein Compliance Management System gibt, sondern auch ob es effektiv aufgebaut ist und betrieben wird. Nicht jedes einzelne Mitglied im Aufsichtsrat muss sich in das Thema einarbeiten; das Gremium kann auch einzelne Mitglieder als ExpertInnen für diesen Bereich bestimmen.  </p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Compliance ist dabei keine Einbahnstraße. Wenn alle Mitarbeitenden im Unternehmen dazu angehalten sind, sich an geltende Gesetze, unternehmerische und ethische Vorgaben zu halten und für Transparenz im Unternehmen zu sorgen, muss Compliance auch auf der obersten Ebene ernst genommen, vorgelebt und positiv kommuniziert werden (“Tone from the top”). </span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Nur wenn das Top-Management zeigt, dass es das Thema ernst nimmt und Transparenz nicht bestraft, sondern wertgeschätzt wird, kann sich im Unternehmen eine offene <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/speak-up-kultur/" target="_blank" rel="noopener">Speak-Up-Kultur</a> etablieren. </span></p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Welche Bedeutung haben Hinweisgebersysteme?</b>   </h2>		</div>
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							<p>Die Einrichtung eines <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-hinweisgebersystem/">Hinweisgebersystems</a> ist nicht nur ein wichtiger Baustein im Compliance Management des Unternehmens, sondern kann auch den Aufsichtsrat direkt in seiner Kontrollfunktion unterstützen. Ein Hinweisgebersystem gibt Mitarbeitenden die Möglichkeit, Verstöße und Fehlverhalten gegen Gesetze oder unternehmensinterne Vorgaben zu melden.  </p><p>Unternehmen sollten solche Meldungen nicht als Bedrohung ansehen, sondern als Chance: Werden Verstöße intern gemeldet, ist den Mitarbeitenden daran gelegen, im Unternehmen eine Veränderung zu bewirken. Nur wenn sie ignoriert werden oder Repressalien erfahren, besteht die Gefahr, dass sie sich an Regulierungsbehörden oder die Medien wenden.  </p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Hinweisgebersysteme können als Telefon-Hotline oder <a href="https://www.integrityline.com/de/">webbasierte Systeme</a> eingerichtet werden. Letztere gelten als Best Practice, weil sie rund um die Uhr, von überall auf der Welt und in zahlreichen Sprachen verfügbar sind – gerade für Unternehmen mit internationalen Niederlassungen die effektivste Lösung. </span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Zur Best Practice gehört mittlerweile außerdem eine </span><a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/anonymes-hinweisgebersystem/" target="_blank" rel="noopener">anonyme Meldefunktion</a><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">. D</span><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">enn viele Hinweisgebende befürchten Repressionen, wenn sie sich zu erkennen geben. Dies belegt auch der </span><a style="font-style: inherit; font-weight: inherit; background-color: #ffffff;" href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/white-paper/whistleblowing-report/">Whistleblowing Report 2021</a><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">, eine internationale Studie der Fachhochschule Graubünden. Demnach wurde im Jahr 2020 jeder zweite Hinweis ohne Angaben zur Person eingereicht, sofern dies möglich war. Fast 40 Prozent der Gesellschaften deckten über 80 Prozent des finanziellen Gesamtschadens durch Hinweisgebende auf. Für Unternehmen wäre es daher eine große Gefahr, wenn bestimmte Meldungen sie nicht mehr erreichen. </span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Anonyme Meldeoptionen erhöhen daher die  Chance eines Unternehmens, Fehlverhalten oder Missstände frühzeitig zu erkennen und unternehmensintern darauf zu reagieren.  </span></p><p>Webbasierte Hinweisgebersysteme können außerdem hervorragend an weitere digitale Tools angebunden werden, um Meldungen zu bündeln, leichter weiterverarbeiten und auswerten zu können. Auf diese Weise erleichtern sie die Arbeit der <a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/compliance-abteilung-aufbau/" target="_blank" rel="noopener">Compliance-Abteilung</a> und helfen auch dem Aufsichtsrat in seiner Kontrollfunktion.  </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Wie verhält sich der Aufsichtsrat bei einer Meldung?</b> </h2>		</div>
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							<p>Wird eine Pflichtverletzung im Unternehmen gemeldet, ist die Geschäftsleitung zur Aufklärung des Vorfalls verpflichtet. Dem Aufsichtsrat obliegt es wiederum, zu überwachen, dass die Geschäftsleitung dieser Pflicht auch nachkommt. Unmittelbar zuständig ist der Aufsichtsrat, wenn der Verdacht auf Fehlverhalten oder eine Meldung über Compliance-Verstöße beim Vorstand vorliegt. Erwächst aus dem Regelverstoß eines Vorstands sogar ein Schadenersatzanspruch, muss der Aufsichtsrat diesen gerichtlich verfolgen.&nbsp;</p>
<p>Zum Hinweisgebersystem gehört auch der Schutz von Whistleblowern, der nicht zuletzt durch das aktuelle&nbsp;<a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/hinweisgeberschutzgesetz/" target="_blank" rel="noopener">Hinweisgeberschutzgesetz</a>&nbsp;geregelt wird. Der Gesetzgeber schreibt damit vor, dass Whistleblower im Falle einer Meldung im Unternehmen keine Nachteile erfahren dürfen. Auch hier obliegt es dem Aufsichtsrat in seiner Kontrollfunktion sicherzustellen, dass im Unternehmen entsprechende Regelungen gelten und beachtet werden.&nbsp;</p>
<p>Besonders effektiv ist es, wenn die Compliance-Abteilung des Unternehmens in regelmäßigen Abständen an den Aufsichtsrat berichtet. Rechtlich festgeschrieben ist das zwar nicht und die Entscheidung darüber liegt bei der Geschäftsführung, aber ein regelmäßiger Bericht hilft den Aufsichtsräten, bei den Bemühungen des Compliance-Managements im Unternehmen auf dem aktuellen Stand zu bleiben und von Compliance-Verstößen zu erfahren, auf die er zügig reagieren kann.</p>						</div>
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							<p>Das Hinweisgeberschutzgesetz <span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">einfach und schnell umsetzen.</span></p>						</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Was der Betriebsrat über Compliance und Hinweisgeberschutz wissen sollte</title>
		<link>https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/betriebsrat-compliance-hinweisgeberschutz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dittm-ulrike]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Aug 2022 13:36:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ob Hinweisgebersystem oder Datenerfassung im Unternehmen: Betriebsräte haben beim Thema Compliance Mitbestimmungsrechte und -pflichten. Wir geben eine Einführung in das Thema Hinweisgeberschutz für Betriebsräte. <thumbnail_link>https://www.integrityline.com/wp-content/uploads/2022/08/eqs-group-blog-betriebsrat.jpg</thumbnail_link>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/betriebsrat-compliance-hinweisgeberschutz/">Was der Betriebsrat über Compliance und Hinweisgeberschutz wissen sollte</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/">EQS Integrity Line</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="67609" class="elementor elementor-67609" data-elementor-post-type="blog">
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Was ist überhaupt Compliance?</b></h2>		</div>
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							<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;"><a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/was-ist-compliance/" target="_blank" rel="noopener">Compliance</a></span> meint die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien sowohl vom Gesetzgeber, von Regulierungsbehörden als auch unternehmensinterne Vorgaben. Compliance-Management ist der Vorgang, mit dem ethisches und gesetzeskonformes Verhalten sichergestellt wird und der im Falle von Fehlverhalten auch die Verstöße untersucht. Ein Hinweisgebersystem, mit dem Mitarbeiter auf Missstände aufmerksam machen können, ist eine zentrale Säule der Compliance. Indem Hinweise auf Fehlverhalten intern zur Aufmerksamkeit gebracht und gelöst werden, wird nicht nur das Unternehmen vor Schäden wie Strafverfahren, Strafzahlungen oder Rufschäden geschützt – ein Hinweisgebersystem, das solche Meldungen ermöglicht, sichert auf diese Weise auch Arbeitsplätze.  </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Was ist ein Hinweisgebersystem? </b></h2>		</div>
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							<p><a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-hinweisgebersystem/">Hinweisgebersysteme</a> geben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, auf Fehlverhalten innerhalb des Unternehmens aufmerksam zu machen. Sie werden deshalb auch als <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-whistleblower/">Whistleblower </a>bezeichnet. Die Meldungen können analog, telefonisch oder digital über ein Portal oder per E-Mail abgegeben werden. Üblich ist heute die digitale Version, bei der Mitarbeitende über ein internetbasiertes System Meldungen einreichen können. </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Warum brauchen Unternehmen ein Hinweisgebersystem?</b></h2>		</div>
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							<p>Seit Juli 2023 ist das neue <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/hinweisgeberschutzgesetz/">Hinweisgebeschutzgesetz </a>in Kraft. Es verpflichtet Unternehmen, einen internen Meldekanal für Whistleblower, also ein Hinweisgebersystem, einzurichten. Zunächst galt das Gesetz für größere Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden. Seit dem 17. Dezember 2023 sind auch kleinere Organisationen mit mindestens 50 Beschäftigten betroffen. Das Hinweisgeberschutzgesetz setzt die EU-Whistleblower-Richtlinie in Deutschland um.&nbsp;&nbsp;</p>
<p>Außerdem haben sowohl die Europäische Union als auch die deutsche Regierung bereits mehrere Gesetze auf den Weg gebracht, die Compliance für Unternehmen zur Pflicht machen: vom<a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/eu-lieferkettengesetz/"> EU-Lieferkettengesetz</a>, das Umweltschutz- und Menschenrechtsstandards für EU-Unternehmen sichern soll, über den Deutschen <a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/bedeutung-update-dcgk/">Corporate Governance Kodex</a> und die <a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/iso-37301/">ISO 37301</a>, die internationale Standards für ein <a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/compliance-management-system/">Compliance Management System</a> festlegt.&nbsp;&nbsp;</p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Für Unternehmen lohnt sich die Einrichtung eines Hinweisgebersystems auch deshalb, um eventuelle Missstände so früh wie möglich zu bemerken und ihnen nachgehen zu können – bevor ein Problem so groß wird, dass es Strafverfolgungs- oder Regulierungsbehörden auf den Plan ruft und womöglich das Überleben der Organisation gefährdet.  &nbsp;</span></p>
<p>Ein weiterer Mehrwert von Hinweisgebersystemen ist jedoch eher ein wertebasierter, nämlich die Förderung einer <a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/bettina-palazzo-speak-up-kultur/">offenen Unternehmenskultur</a>. Dies ist eine große Chance für Unternehmen, mehr Transparenz zu schaffen und das Vertrauen der Mitarbeitenden zu stärken. Mit einem Hinweisgebersystem zeigen Arbeitgeber, dass sie interne Missstände nicht unter den Teppich kehren, sondern proaktiv eine integre Unternehmenskultur unterstützen. &nbsp;</p>						</div>
				</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Warum muss sich der Betriebsrat mit dem Hinweisgeberschutzgesetz befassen? </b></h2>		</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Laut <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/betrvg/" target="_blank" rel="noopener">Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)</a> soll der Betriebsrat sicherstellen, dass Gesetze, Verordnungen, Unfallverhütungsvorschriften, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen zugunsten der Arbeitnehmenden eingehalten werden. Das Hinweisgeberschutzgesetz gehört ebenfalls dazu: Es soll garantieren, dass Mitarbeitende nach einem Hinweis über Fehlverhalten keinen Repressionen innerhalb des Unternehmens ausgesetzt sind.  </p>						</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Sollte der Betriebsrat bereits in die Einführung eines Hinweisgebersystems eingebunden werden?</b></h2>		</div>
				</div>
				<div class="elementor-element elementor-element-10abfb4 elementor-widget elementor-widget-text-editor" data-id="10abfb4" data-element_type="widget" data-widget_type="text-editor.default">
				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Ja, und je früher die Unternehmensführung den Betriebsrat hinzuzieht, desto besser. Denn auch unabhängig vom Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats trägt eine frühe Einbeziehung dazu bei, das Vertrauen der Belegschaft zu gewinnen und deutlich zu machen, dass es sich beim Hinweisgebersystem nicht um eine Aufforderung zur Denunziation handelt. </p><p>Das Betriebsverfassungsgesetz (§ 80 Absatz 2 Satz 1) verpflichtet die Unternehmensführung ohnehin dazu, den Betriebsrat rechtzeitig und umfassend über Vorgänge zu unterrichten, die seine Aufgaben tangieren. Indem der Betriebsrat frühzeitig eingebunden wird, soll dieser in eigener Verantwortung prüfen können, ob Beteiligungsrechte bestehen oder ob sonstige Aufgaben wahrzunehmen sind. </p>						</div>
				</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht beim Hinweisgebersystem? </b></h2>		</div>
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							<p>In Fragen der Ordnung des Betriebes und des Verhaltens der Arbeitnehmer im Betrieb hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht nach <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/betrvg/__87.html">Paragraf 87 des Betriebsverfassungsgesetzes</a>. Anordnungen, die dieses sogenannte Ordnungsverhalten betreffen, sind mitbestimmungspflichtig. Die Einführung eines Hinweisgebersystems weitet bestehende Hinweispflichten aus und führt Regelungen bezüglich des konkreten Meldeverfahrens ein, wodurch das Ordnungsverfahren betroffen ist. Daher muss der Betriebsrat einbezogen werden. </p><p>Kommt es außerdem zu einer systematischen Datenerfassung in Datenbanken, z.B. bei größeren internen Untersuchungen, hat der Betriebsrat ebenfalls ein Mitbestimmungsrecht nach §87 BetrVG.  </p><p>Generell gelten Hinweisgebersysteme, darunter zählen z. B. Telefon, E-Mail oder Software-Lösungen, nach § 87 BetrVG als eine Art Verhaltens- und Leistungskontrolle, die entsprechend das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats nach sich ziehen: Denn durch die Einführung eines technischen Systems könnte zumindest das Verhalten von Mitarbeitenden überwacht werden, daher tritt der Betriebsrat hier als Interessensvertreter der Arbeitnehmenden auf. Konkret betrifft das beinahe jedes gängige Hinweisgebersystem: Etwa, wenn die Telefonnummer oder die Nachricht des Mitarbeiters bei einer telefonischen Meldung aufgezeichnet wird. Oder wenn bei einer Meldung per E-Mail bzw. über ein Portal die IP-Adresse des Absenders gespeichert werden.  </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Kann der Betriebsrat mitbestimmen, wer die Compliance-Meldestelle betreut?</b></h2>		</div>
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							<p>Paragraf 99 des Betriebsverfassungsgesetzes sieht eine Mitwirkung des Betriebsrats bei personellen Einzelmaßnahmen vor. Insofern kommt der Betriebsrat auch bei der Einstellung oder Versetzung eines Mitarbeiters ins Spiel, der das Hinweisgebersystem betreut. Kleinere Unternehmen können es sich meist nicht leisten, einen Mitarbeiter exklusiv für die interne Meldestelle bereitzustellen. Häufig übernimmt dann der <a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/compliance-officer/">Compliance-Manager</a> oder Datenschutzbeauftragte diese Aufgaben zusätzlich. Das Hinweisgeberschutzgesetz sieht ausdrücklich vor, dass Personen neben ihrer Tätigkeit für die interne Meldestelle auch andere Aufgaben und Pflichten wahrnehmen dürfen.  </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats bei Hinweisgeberschutz-Schulungen </b></h2>		</div>
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							<p>Laut Hinweisgeberschutzgesetz muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass die Person, die die interne Meldestelle betreut, über die notwendige Fachkunde verfügt. Entsprechende Schulungen fallen im Sinne des BetrVG unter Berufsbildungsmaßnahmen. Auch dabei hat der Betriebsrat Beteiligungsrechte. Er kann Vorschläge zur Berufsbildung machen (§ 96 BetrVG). Außerdem hat der Arbeitgeber mit dem Betriebsrat über die Einführung von betrieblichen Berufsbildungsmaßnahmen zu beraten (§ 97 BetrVG). Bei Schulungen, die ein externer Träger durchführt, kann der Betriebsrat eine beauftragte Person ablehnen, sofern diese nicht geeignet ist (§ 98 BetrVG). </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Welche Anforderungen ergeben die Mitbestimmungspflichten des Betriebsrats? </b></h2>		</div>
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							<p><b>§ 80 Abs. 2 S. 1 BetrVG:</b> Rechtzeitige und umfassende Unterrichtung des Betriebsrats,<br />damit dieser seine Aufgaben erfüllen kann.</p><p><b>§ 87 BetrVG: </b>Mitbestimmungsrecht bei systematischer Datenerfassung in Datenbanken, z.B. bei größeren internen Untersuchungen.</p><p><strong>§ 87 BetrVG: </strong>Mitbestimmung leitet sich durch Einwirkung auf Fragen der Ordnung im Betrieb und Verhalten der Arbeitnehmer ab. Weiterhin wird eine technische Einrichtung eingeführt, die objektiv geeignet ist das Verhalten der Arbeitnehmer zu messen.</p><p><span style="font-weight: bold; font-size: 1rem;">§</span><b> 96 – 98 BetrVG</b>: Förderung der Berufsbildung als gemeinsame Aufgabe von Arbeitgeber und Betriebsrat.</p><p><strong>§ 99 BetrVG: </strong>Personelle Maßnahmen: Mitwirkung des Betriebsrats bei der Einstellung einer Person oder bei der Definition einer Aufgabenerweiterung. Weiterhin Mitbestimmung bei personellen Maßnahmen gegenüber Hinweisgeber oder Beschuldigtem.</p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Was gehört in die Betriebsvereinbarung zum Hinweisgeberschutz? </b></h2>		</div>
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							<p>In der Betriebsvereinbarung legen Arbeitgeber und Betriebsrat gemeinsam schriftlich betriebliche Regeln fest, die im Unternehmen rechtsverbindlich gelten. Auch die Rahmenbedingungen und Prozesse für die interne Meldestelle sollten in einer Betriebsvereinbarung definiert werden. Wichtige Aspekte sind zum Beispiel Anwendungsbereich, Zweck und Ziele der internen Meldestelle sowie der Ablauf des Meldeverfahrens. Außerdem sollten Arbeitgeber und Betriebsrat in der Betriebsvereinbarung zum Hinweisgeberschutz vereinbaren, wie das Unternehmen mit den Hinweisen umgeht, wie diese bearbeitet werden und welche Sanktionen bei Compliance-Verstößen folgen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, auch bestehende Betriebsvereinbarungen zu IT und Kommunikation noch einmal im Hinblick auf das Hinweisgebersystem zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren. </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Wie sieht ein Hinweisgebersystem in der Praxis aus? </b></h2>		</div>
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							<p>Webbasierte Systeme sind heute der Standard und seit vielen Jahren Best Practice. Ein interner, digitaler Meldekanal gibt Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, jederzeit und auch aus ausländischen Niederlassungen Meldungen über Fehlverhalten einzureichen. </p><p>Die Daten können über ein digitales Hinweisgebersystem verschlüsselt übertragen und mit einer standardisierten Eingabemaske erfasst werden. Neben Datensicherheit gewährt das System also Zeitersparnis und standardisiert die eingehenden Meldungen. Die Kommunikation zwischen Hinweisgebenden und den Hinweisbearbeitenden erfolgt über einen integrierten Nachrichtenkanal.  </p><p>Die Systeme ermöglichen den Whistleblowern zudem, ihre Meldungen anonym abzugeben. Obwohl der Gedanke vielen Unternehmen zunächst Sorge bereitet, hat sich die anonyme Meldefunktion in der Praxis bewährt: Die anonym eingehenden Hinweise sind in der Mehrheit seriös. Das belegt auch der “Benchmarking Report 2021”, eine umfassende Studie über die Nutzung von Hinweisgebersystemen und Compliance Software in Europa. Demnach geben 78 Prozent aller befragten Unternehmen an, dass der Anteil missbräuchlicher Meldungen bei unter zwei Prozent liegt. Bei 43 Prozent beläuft sich der Wert sogar auf weniger als ein Prozent. </p><p>Die Sichtung und Fallbearbeitung der Meldungen übernehmen die zuständigen Compliance-Mitarbeitenden bzw. die Meldestellen-Beauftragten, die das Hinweisgebersystem betreuen. Sie prüfen die eingegangene Meldung auf Plausibilität, können über das digitale Hinweisgebersystem eventuell Nachfragen beim Tippgeber stellen und dann intern ermitteln. </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Was ist bei der Einführung zu beachten? </b></h2>		</div>
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							<p>Gute Kommunikation ist entscheidend bei der <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/white-paper/hinweisgeberschutz-fuer-unternehmen/">Einführung eines Hinweisgebersystems</a>. Ziehen Unternehmensführung und Betriebsrat hier an einem Strang, kann das Vertrauen der Mitarbeitenden in das System gewährleistet werden – auch um zu verhindern, dass der Kanal missbraucht wird. Obwohl Praxiserfahrungen zeigen, dass der Anteil von Denunziationen über ein digitales Hinweisgebersystem minimal ist, hilft eine klare Kommunikation, um von Anfang an den richtigen Ton zu setzen.   </p><p>Dazu gehört, im Vorfeld über den Sinn und die Funktionsweise des Hinweisgebersystems aufzuklären. Das kann auf Betriebsversammlungen, durch Postsendungen, im Intranet oder am Schwarzen Brett erfolgen. Unternehmen und Betriebsrat sollten deutlich machen, dass Tippgeber, die über das Hinweisgebersystem eine Meldung abgeben, keine Nachteile oder Repressalien zu befürchten haben.   </p><p>Das System selbst muss einfach zu bedienen sein und sollte Hinweisgebende problemlos durch einen strukturierten Meldungsabgabeprozess führen.   </p><p>Hilfreiche Tipps finden Sie in unserem kostenlosen <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/white-paper/hinweisgeberschutz-fuer-unternehmen/">White Paper</a>. </p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Unsere Tipps zur Einhaltung der Betriebsrats-Mitbestimmungspflicht  </b></h2>		</div>
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							<p>1. Generell: Betriebsrat frühzeitig unterrichten (§80 BetrVG) und „abholen“.</p><p>2. Regelung zur Nutzung von IT- und Kommunikationssystemen und Verarbeitung von Daten in Betriebsvereinbarung prüfen.</p><p>3. Bei Ernennung des internen Meldestellenbeauftragten prüfen ob es sich um eine Versetzung oder Aufgabenerweiterung handelt (§99 BetrVG).</p><p>4. Innerbetriebliche Schulungen, ob für Meldestellenbeauftragte oder Compliance-Schulungen für Beschäftigte, sind mitbestimmungspflichtig (§96, §97 BetrVG).</p><p>5. Individuelle arbeitsrechtliche Beratung einholen.</p><p>6. Eine entsprechende Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat müsste vor der Umsetzung abgeschlossen werden.</p>						</div>
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							<p>Whistleblowing-Gesetze in der Europäischen Union</p>						</div>
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							<p>Ein Blick auf die Umsetzung der EU-Whistleblowing-Richtlinie in den EU-Mitgliedsstaaten</p>						</div>
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			</item>
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		<title>Hilfe, ich bin ein Whistleblower! Tipps für Ihre Meldung</title>
		<link>https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/tipps-fuer-whistleblower/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Angelina Dongauser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Aug 2022 14:51:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.integrityline.com/?post_type=blog&#038;p=67824</guid>

					<description><![CDATA[<p>In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie effektiv Missstände melden können, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. <thumbnail_link>https://www.integrityline.com/wp-content/uploads/2021/12/eqs-blog-whistleblower-help.jpg</thumbnail_link>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="67824" class="elementor elementor-67824 elementor-32579" data-elementor-post-type="blog">
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Warum Hinweisgeber Missstände melden? </b></h2>		</div>
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							<p>Viele Hinweisgeber möchten das Richtige tun. Sie bemerken Fehlverhalten oder Missstände im Unternehmen und fühlen sich in der Pflicht, die Dinge in Ordnung zu bringen.</p><p>Durch Skandale wie LuxLeaks, Panama Papers oder Cambridge Analytica stehen Hinweisgeber immer häufiger im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit und konnten dadurch ihre gesellschaftliche Anerkennung drastisch verbessern. Skandale wie diese haben außerdem dazu geführt, dass es sich die Gesetzgebung auf die Fahne geschrieben hat, Hinweisgebern einen größeren Schutz vor Vergeltungsmaßnahmen zu gewährleisten – ein Beispiel dafür ist die <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/white-paper/eu-whistleblowing-richtlinie/" target="_blank" rel="noopener">EU-Hinweisgeberschutzrichtlinie.</a></p><p>Manchmal erhalten <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-whistleblower/" target="_blank" rel="noopener">Hinweisgeber</a> sogar finanzielle Belohnungen. Dies wird vor allem<a href="https://www.integrityline.com/expertise/blog/sec-whistleblower-report-to-congress/" target="_blank" rel="noopener"> in den USA</a> der Fall, wo Hinweisgeber Boni vom Staat bekommen können, wenn sie Informationen zu Betrug oder finanziellem Fehlverhalten offenlegen.</p>						</div>
				</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Welche Art von Missbrauch können Hinweisgeber melden?</b></h2>		</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Hinweisgeber weisen meist auf Verstöße gegen ein bestimmtes Gesetz hin, so zum Beispiel Straftaten, Diskriminierung oder Beweise für die Vertuschung von Missständen.</p><p>Die Gesetzgebung einzelner Länder bestimmt, ob und unter welchen Umständen ein Whistleblower Schutz erhält. EU-Länder waren dazu <a href="https://www.integrityline.com/expertise/white-paper/expert-guide-whistblowing-laws-eu/" target="_blank" rel="noopener">verpflichtet, die EU-Richtlinie über die Meldung von Missständen in nationales Recht umzusetzen</a>. Diese Richtlinie schützt Whistleblower, wenn sie Verstöße gegen EU-Recht aufdecken, zum Beispiel Steuerbetrug, Geldwäsche oder Verstöße gegen öffentliche Verträge, die Produkt- und Verkehrssicherheit, den Umweltschutz, die öffentliche Gesundheit sowie den Verbraucher- und Datenschutz (obwohl die Richtlinie die Mitgliedstaaten dazu <a href="https://www.integrityline.com/expertise/white-paper/expert-guide-whistblowing-laws-eu/" target="_blank" rel="noopener">ermutigt, dies auch auf Verstöße gegen innerstaatliches Recht auszuweiten</a>).</p><p>Whistleblowing ist etwas anderes als eine Beschwerde am Arbeitsplatz. Eine Beschwerde ist eine Angelegenheit von persönlichem Interesse und hat keine Auswirkungen auf die breite Öffentlichkeit. Viele Unternehmen erlauben ihren Mitarbeitern jedoch, Beschwerden am Arbeitsplatz über ihre <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-hinweisgebersystem/" target="_blank" rel="noopener">internen Hinweisgebersysteme zu melden</a>.</p>						</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Können sich Hinweisgeber an die Öffentlichkeit wenden und dennoch geschützt sein? </b></h2>		</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Generell ziehen es Gesetzgeber vor, dass Hinweisgeber Fehlverhalten entweder intern oder bei einer vorgeschriebenen Organisation melden. In der deutschen Umsetzung der EU-Richtlinie, dem <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/hinweisgeberschutzgesetz/">Hinweisgeberschutzgesetz</a>, ist festgelegt, dass Hinweisgeber wählen können, ob sie einen Vorfall zunächst intern im Unternehmen oder einen Hinweis bei der externen Meldestelle abgeben. Wird auf eine solche Meldung hin nichts unternommen, oder hat der Hinweisgeber Grund zu der Annahme, dass ein öffentliches Interesse besteht, kann er sich auch direkt an die Öffentlichkeit wenden. Er ist in all diesen Fällen geschützt.</p>						</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Was muss ich bedenken, bevor ich einen Hinweis abgebe? </b></h2>		</div>
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							<p>Sie haben etwas erfahren, das Sie offenlegen möchten. Welche Schritte müssen Sie unternehmen, um sicherzustellen, dass Sie die Angelegenheit auf die richtige Weise zur Sprache bringen und dass Sie jederzeit geschützt sind?</p><p><strong>1. Informieren Sie sich darüber, welche gesetzlichen Schutzmaßnahmen gelten </strong></p><p>Wissen ist Macht und die Gesetze zum Schutz von Hinweisgebern sind von Land zu Land unterschiedlich. Das Gesetz informiert Sie darüber, wie Sie auf die richtige Art und Weise Missstände melden können &#8211; was Sie wie, wem und bis wann melden können &#8211; und unter welchen Umständen Sie geschützt sind. Die EU-Mitgliedstaaten waren zwar verpflichtet, die EU-Richtlinie über die Meldung von Missständen in nationales Recht umzusetzen und die meisten Länder haben dies auch bereits durchgeführt. Allerdings sind die nationalen Gesetze unterschiedlich, manche garantieren<span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;"> nur einen Mindeststandard, andere Gesetze gehen über die Richtlinie hinaus. </span></p><p><strong>2. Prüfen Sie die Verfahren und Meldewege des Unternehmens</strong></p><p>Als nächsten Schritt sollten Sie prüfen, ob Ihr Unternehmen über eigene <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/whistleblowing-policy/" target="_blank" rel="noopener">Hinweisgeberrichtlinien</a> und einen <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/white-paper/hinweisgeberschutz-fuer-unternehmen/" target="_blank" rel="noopener">internen Meldeweg</a> verfügt. Sofern Sie keinen berechtigten Zweifel an der Effektivität dieser Prozesse haben, sind die unternehmensinternen Meldekanäle zunächst die beste Anlaufstelle für Ihre Meldung. Die Whistleblowing-Richtlinien eines Unternehmens sollte einen klaren Leitfaden zum internen Meldeverfahren geben, zeigen, wie man ein Anliegen vorbringt, die Arten von Anliegen definieren, die vorgebracht werden können, und den rechtlichen Schutz bzw. mögliche Einschränkungen darlegen.</p><p><strong>3. Überlegen Sie anonym zu bleiben </strong></p><p>In vielen Rechtsordnungen sind Unternehmen verpflichtet, die Identität ihrer Hinweisgeber vertraulich zu behandeln. In vielen Fällen können sich Hinweisgeber jedoch dafür entscheiden,<a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-whistleblowing-system/" target="_blank" rel="noopener"> anonym zu bleiben</a> &#8211; auch gegenüber der Person, die für die Bearbeitung des Falls zuständig ist. Einige Unternehmen verfügen über <a href="https://www.integrityline.com/de/" rel="noopener">digitale Systeme</a>, die Nachrichten zwischen dem Hinweisgeber und dem Sachbearbeiter verschlüsseln, so dass der Hinweisgeber wirklich anonym bleiben kann, aber gleichzeitig eine weiterführende Kommunikation möglich ist.</p><p><strong>4. Überlassen Sie weiterführende Ermittlungen Anderen</strong></p><p>Die Aufgabe eines Whistleblowers ist es, zu berichten, nicht zu ermitteln. Bleiben Sie bei den Fakten. Übertreiben Sie nicht und erheben Sie keine unbegründeten Anschuldigungen. Wenn Ihre Meldung zu einer Untersuchung oder einem gerichtlichen Prozess führt und für falsch befunden wird, könnten Sie Ihre vertrauenswürdig einbüßen oder sich im Extremfall strafbar machen. Außerdem könnten die vom Hinweisgeber durchgeführten Ermittlungen dazu führen, dass Verdächtige Wind von der Meldung bekommen und die anschließenden internen Ermittlungen untergraben werden.</p><p><strong>5. Suchen Sie sich bei Bedarf Hilfe</strong></p><p>Es gibt viele Gründe, warum es sowohl für den Whistleblower als auch für das Unternehmen von Vorteil ist, die Angelegenheit intern zu regeln. Wenn Ihr Unternehmen jedoch keine Maßnahmen ergreift oder wenn Sie den Verdacht haben, dass etwas vertuscht wird, ist es in Ordnung, Ihre Bedenken zu äußern. Wenn Sie daraufhin Repressalien erleiden, sollten Sie eine unabhängige Rechtsberatung in Betracht ziehen oder sich an eine Hilfsorganisation wenden, die Ihnen helfen kann. Seien Sie sich nur bewusst, dass dies ein langer Weg ist — Durchhaltevermögen und ein Unterstützungsnetzwerk sind ein Muss, und möglicherweise müssen Sie auf diesem Weg zusätzliche finanzielle Mittel in Anspruch nehmen.</p>						</div>
				</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><b>Wohin kann ich mich wenden, wenn ich Unterstützung brauche? </b></h2>		</div>
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							<p>Möglicherweise haben Sie Fragen zum Gesetz oder Sie sehen sich aufgrund Ihrer Meldung ungerechter Behandlung und Repressalien ausgesetzt. An wen Sie sich wenden können, um Unterstützung zu erhalten? Wir haben weiter unten eine Liste von Organisationen zusammengestellt, die Sie unterstützen können.</p>
<p>Haben wir weitere Meldestellen vergessen? Schicken Sie uns eine E-Mail an contact@eqs.com</p>						</div>
				</div>
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			<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Europa</h3>		</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p><strong>Deutschland</strong></p><p><a href="https://www.whistleblower-net.de/" target="_blank" rel="noopener">Whistleblower-Netzwerk e.V.</a></p><p><b>Estland</b> </p><p><a href="https://www.transparency.ee/" target="_blank" rel="noopener">Transparency Estonia</a></p><p><strong>Frankreich</strong></p><p><a href="https://mlalerte.org/" target="_blank" rel="noopener">La Maison des Lanceurs d’Alerte</a> und <a href="https://www.alertes.me/" target="_blank" rel="noopener">Alertes.me</a></p><p><strong>Irland</strong></p><p><a href="https://transparency.ie/" target="_blank" rel="noopener">Transparency International Ireland</a></p><p><strong>Italien</strong></p><p><a href="https://www.transparency.it/" target="_blank" rel="noopener">Transparency International Italia</a></p><p><strong>Serbien </strong></p><p><a href="https://pistaljka.rs/" target="_blank" rel="noopener">Pištaljka (“The Whistle”)</a></p><p><strong>Tschechische Republik </strong></p><p><a href="https://www.bezkorupce.cz/" target="_blank" rel="noopener">Oživení</a></p><p><strong>Vereinigtes Königreich</strong></p><p><a href="https://protect-advice.org.uk/" target="_blank" rel="noopener">Protect</a> und <a href="https://www.acas.org.uk/" target="_blank" rel="noopener">ACAS</a> (kostenlos, unparteiische Beratung über Rechte am Arbeitsplatz, Vorschriften und bewährte Verfahren)</p>						</div>
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			<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Nord &amp; Zentral Amerika </h3>		</div>
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							<p><strong>Guatemala </strong></p><p><a href="https://accionciudadanagt.org/" target="_blank" rel="noopener">Accion Ciudadana</a></p><p><strong style="font-style: inherit;">Kanada </strong></p><p><a href="https://www.cfe.ryerson.ca/centre-free-expression-whistleblowing-initiative" target="_blank" rel="noopener">Centre for Free Expression Whistleblower Initiative</a></p><div><span style="font-weight: bold;">USA </span></div><p style="font-size: 18px; font-style: normal; font-weight: 300;"><a href="https://whistleblower.org/" target="_blank" rel="noopener">Government Accountability Project</a> und <a href="https://www.whistleblowers.org/" target="_blank" rel="noopener">National Whistleblower Center</a></p>						</div>
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			<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Süd Amerika</h3>		</div>
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							<p><strong><span style="font-style: inherit;">Kontinentweit</span></strong></p><p><a href="https://poderlatam.org/en/" target="_blank" rel="noopener"><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Poder</span></a></p><div> </div>						</div>
				</div>
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			<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Afrika</h3>		</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p><strong><span style="font-style: inherit;">Kontinentweit</span></strong></p><p><a href="https://www.pplaaf.org/" target="_blank" rel="noopener"><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Platform to Protect Whistleblowers in Africa</span></a></p><div> </div>						</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
			<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Süd Afrika</h3>		</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p><a href="https://www.opendemocracy.net/en/contact/" target="_blank" rel="noopener">Open Democracy Advicer Center</a></p>						</div>
				</div>
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			<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Asien</h3>		</div>
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							<p><strong><span style="font-style: inherit;">Indien </span></strong></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Commonwealth Human Rights Initiative</span></p><p><strong>Japan </strong></p><p><a href="https://www.clearing-house.org/" target="_blank" rel="noopener">Information Clearinghouse Japan</a></p><p><strong>Süd Korea </strong></p><p><a href="https://www.transparency-korea.org/" target="_blank" rel="noopener">Transparency International Korea</a></p><div> </div>						</div>
				</div>
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			<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Australasia</h3>		</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p><strong><span style="font-style: inherit;">Australien</span></strong></p><p><a href="http://www.whistleblowers.org.au/" target="_blank" rel="noopener"><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Whistleblowers Australia</span></a></p><div> </div>						</div>
				</div>
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			<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default">International</h3>		</div>
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							<p><a href="https://see-whistleblowing.org/" target="_blank" rel="noopener">Southeast Europe Coalition on Whistleblower Protection</a></p><p><a href="https://thesignalsnetwork.org/for-whistleblowers/" target="_blank" rel="noopener">The Signals Network &#8211; the whistleblower foundation</a></p><p><a href="https://whistleblowingnetwork.org/" target="_blank" rel="noopener"><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Whistleblowing international network</span></a></p><p><a href="https://whistlebloweraid.org/" target="_blank" rel="noopener">Whistleblower Aid </a></p>						</div>
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							<p>Umfassende Studie über Whistleblowing in europäischen Unternehmen</p>						</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Henning Stuke: &#8222;Meldestellen-Beauftragte sind die Brandmauer des Unternehmens&#8220;</title>
		<link>https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/henning-stuke-interview/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dittm-ulrike]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Mar 2022 15:29:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Expertenbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.integrityline.com/?post_type=blog&#038;p=48732</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit dem Hinweisgeberschutzgesetz müssen Unternehmen interne Meldestellen einrichten. Wir sprachen mit dem Experten Henning Stuke über den richtigen Umgang mit Hinweisgebenden.<thumbnail_link>https://www.integrityline.com/wp-content/uploads/2022/03/eqs-group-blog-whistleblowing-psychologie.jpg</thumbnail_link>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/henning-stuke-interview/">Henning Stuke: &#8222;Meldestellen-Beauftragte sind die Brandmauer des Unternehmens&#8220;</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/">EQS Integrity Line</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="48732" class="elementor elementor-48732" data-elementor-post-type="blog">
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							<h2><b>Die zentralen Bausteine im Umgang mit Whistleblowern</b></h2>
<p><i>Guten Tag Herr Stuke, Sie sind Kriminologe und schulen Meldestellen-Beauftragte im richtigen Umgang mit Hinweisgebenden. Psychologie und Kommunikation sind dabei sehr wichtige Bausteine. Warum sind diese beide Aspekte so elementar?</i></p>
<p>Weil die Unternehmen mit diesem Wissen nicht nur bessere Informationen für ihre Ermittlungen erhalten, sondern vor allem ihr Risiko minimieren, dass kritische Sachverhalte an die externen Meldestellen der Behörden gelangen und damit für sie außer Kontrolle geraten.&nbsp;<span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Leider haben viele Unternehmen an dieser Stelle noch einen blinden Fleck, weil sie darauf vertrauen, mit der Etablierung eines <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-hinweisgebersystem/">Meldekanals</a> alle notwenigen Voraussetzungen geschaffen zu haben, um einen möglichen Skandal verhindern.&nbsp;</span><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Das könnte aber ein fataler Irrtum sein, wenn man sich die internationale Datenlage¹ anschaut:&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 1rem;">I</span>n über 90 % der Fälle bevorzugen Hinweisgeber die interne Meldung gegenüber einer<i> e</i>xternen. <span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Das hat mit Pflichtbewusstsein gegenüber ihrer Organisation, instinktivem Normalverhalten und dem gesunden Menschenverstand zu tun, der eine Problemlösung zunächst immer erst auf der Ereignisebene vorschreibt.&nbsp;&nbsp;</span><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Allerdings muss man wissen, dass bei 85% aller externen Meldungen immer erst mindestens eine interne Meldung vorausgegangen war, die aus Sicht des Hinweisgebers nicht zufriedenstellend bearbeitet wurde.</span></p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">&nbsp;</span></p>
<p></p>
<h2><b>Tipps um die interne Meldung zu fördern</b></h2>
<p><i>Was können Unternehmen tun, um eine externe Eskalation zu vermeiden?</i></p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Unternehmen haben eine gute Chance, wenn sie sich an entscheidender Stelle richtig verhalten, denn&nbsp;</span><span style="font-style: inherit;">Frustrationserlebnisse sind der große Treiber für externe Offenlegung.</span><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;"> Bei internen Meldungen finden wir oftmals eine Prävalenz altruistischer Beweggründe, weil es für den <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-whistleblower/">Hinweisgeber</a>&nbsp;&#8222;nur&#8220; um das Beenden eines Missstandes geht.&nbsp;&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Externes Whistleblowing ist hingegen oftmals von einer egoistischen Vergeltungsmotivation gekennzeichnet, bei der der Hinweisgeber das Unternehmen für sein Fehlverhalten zur Rechenschaft gezogen sehen will.&nbsp;</span><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Man muss immer berücksichtigen, dass sich Hinweisgeber in einer akut-individuellen Ausnahmesituation befinden, wenn man mit ihnen kommuniziert.&nbsp;</span><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Die Gefahr, dass sich ein Hinweisgeber nicht richtig verstanden oder ernst genommen fühlt und deshalb zu Kurzschlussreaktionen neigt, ist groß.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Es ist somit nicht nur die Frage des Vorhandenseins eines Meldekanals, sondern auch die seines psychologisch-kompetenten Betriebs. Schließlich ist jedes Tool immer nur so gut wie sein menschlicher Anwender.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Wenn man so will, sind die Meldestellen-Beauftragten die letzte Brandmauer, die das Unternehmen vor unangenehmen Folgen schützen kann.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">&nbsp;</span></p>
<p></p>
<h2><b>Den Hinweisgeber wie einen Kunden betrachten</b></h2>
<p><i>Es ist also nicht nur eine Frage, ob sich ein Hinweisgeber zur Meldung entschließt, sondern vor allem auch des “Wie”?&nbsp;&nbsp;</i></p>
<p>Korrekt. Es geht dabei um die gesamtheitliche Qualität einer Meldestelle. Unternehmen sollten ihre Hinweisgeber als Kunden sehen, denen sie einen sicheren, leicht handhabbaren und damit niederschwelligen Zugang zum Meldekanal zur Verfügung stellen und diesen Kanal müssen die Unternehmen Hinweisgeber-zentriert betreuen.&nbsp;&nbsp;</p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Die kriminologische Forschung zeigt, dass wir in Zukunft einen regelrechten Qualitätswettbewerb zwischen interner und externer Meldekanäle erleben werden. Der Staat weiß um die hohe Dunkelfeldproblematik in Unternehmen und Organisationen, die für ihn nur sehr begrenzt zugänglich ist. Deshalb will er Hinweisgeber animieren, sich öffentlichen Stellen zuzuwenden.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Dies kann man schon daran erkennen, dass Unternehmen potentielle Hinweisgeber zukünftig z. B. auf Ihrer Website mit einem Disclaimer darüber informieren müssen, dass sie ein Wahlrecht zwischen interner oder externer— also behördlicher — Meldung haben. Unternehmen müssen sogar noch klare und leicht zugängliche Informationen über die Erreichbarkeit der externen, behördlichen Meldestellen veröffentlichen. Die <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/white-paper/eu-whistleblowing-richtlinie/">EU-Whistleblower-Richtlinie</a> (WBRL 1937/2019) hat dies den nationalen Gesetzgebern in Artikel 9 (1) lit g. WBRL vorgegeben.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Deshalb ist es umso wichtiger, den Hinweisgeber auch nach seiner internen Meldung in seiner Entscheidung zu bestärken, den richtigen Kanal gewählt zu haben, um ihn dann weiter konsequent an diesen zu binden.&nbsp;</span></p>
<p><i>Wie sieht eine solche Bestätigung aus?</i></p>
<p>Indem Sie z. B. die Eingangsbenachrichtigung, zu der die Unternehmen gesetzlich verpflichtet sein werden, mit einer freundlichen, persönlichen und vertrauensvollen Botschaft der/des Meldestellen-Beauftragte/n verknüpfen.&nbsp;&nbsp;</p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Niemand möchte nur als Fallnummer gesehen oder behandelt werden. Und das schon gar nicht, wenn man sich nach einer langen und schwerwiegenden Kostenabschätzung zu einer Meldung entschließt.&nbsp;&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Aus Forschungsstudien² im Auftrage des BKA weiß man, dass sich Zeitfenster für eine Aussagebereitschaft kurz öffnen und wieder schließen. Deshalb ist es umso wichtiger, den richtigen Moment zu nutzen und umgehend zu handeln.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Das ist ein großer Vorteil digitaler Meldekanäle, weil sie z. B. im Gegensatz zu einem Briefkasten für eine schnell-responsive Kommunikation ausgelegt sind. Ein solches Schreiben könnte z. B. sofort erscheinen, wenn sich der Hinweisgeber eine digitale Postbox einrichtet.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">In unseren Seminaren zeigen wir den Teilnehmern, welche psychologische Kriterien in einem solchem Begrüßungstext enthalten sein sollten, damit man schon ‚automatisiert‘ potentielle Ängste und Befürchtungen in einer Art Standardauskunft ausräumen kann. Auch ein vorgefertigtes Schreiben der Unternehmensleitung, in dem sie sich bei dem Whistleblower für diesen „couragierten Schritt“ bedankt, entfaltet eine wirksame Verstärkerfunktion.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">&nbsp;</span></p>
<h2><b>Das &#8222;Behaviorial Change Stairway&#8220;-Model</b></h2>
<p><i>Sie sprachen vorhin von der Bindung des Whistleblowers an den Meldekanal. Was muss man sich darunter vorstellen?&nbsp;</i></p>
<p>Als Unternehmen wollen wir einen Hinweisgeber zu einer umfassenden und uneingeschränkten Kooperation bewegen. So wird die Sachverhaltsaufklärung schneller und günstiger. Das geht aber nicht einfach per Knopfdruck. Hinweisgeber hadern mit der Entscheidung oft sogar noch nach ihrer Meldung. Es braucht daher einen systematischen Ansatz, um ängstliche und zögerliche Personen für eine Kooperation zu gewinnen. Deshalb schulen wir die Meldestellen-Beauftragten in dem sogenannten „Behaviorial Change Stairway Model“. Das ist ein Kommunikationsmodell, das vom FBI als Rahmenkonzept für Geiselnahmeverhandlungen entwickelt wurde und zum internationalen Standard für solche Szenarien avancierte.&nbsp;</p>
<p></p>
<p><i>Wie funktioniert dieses Model? </i></p>
<p>Das ist ein Stufenkonzept, bei dem Sie mehrere Schritte durchlaufen, bevor Sie einen Hinweisgeber direkt zu überzeugen versuchen.&nbsp;<span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">In unseren&nbsp;</span><a href="https://f.hubspotusercontent40.net/hubfs/4749693/2022_Hinweisgeber_Compliance_Flyer.pdf" target="_blank" rel="noopener">Schulungen</a><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">&nbsp;konzentrieren wir uns vornehmlich darauf, wie man dieses Model bei schriftlichen Meldungen anwendet, weil sie den Großteil der Hinweise ausmachen.</span></p>
<p>Zunächst einmal muss man einen Hinweis ‚richtig lesen‘ und verstehen. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht immer. Wenn man sich beim Lesen auf Sachinformationen und Fakten konzentriert, übersieht man wichtige Zwischentöne. Hier geht es um Bedürfnisse, Ängste und Befürchtungen, die Hinweisgeber offenkundig oder auch unbewusst durch ihre Wortwahl mitteilen.&nbsp;</p>
<p></p>
<h2><b>Empathisch durch die Brille des Hinweisgebenden schauen</b></h2>
<p><i>Welche Fehler machen manche Unternehmen an dieser Stelle?&nbsp;</i></p>
<p>Viele Unternehmen übergehen oder überlesen diese Äußerungen, weil das Innenleben des Whistleblowers nachrangig gegenüber dem Aufklärungsinteresse erscheint. Whistleblower sehen das naturgemäß anders, weil sie das alleinige Kostenrisiko tragen und sich deshalb eine adäquate Berücksichtigung ihrer persönlichen Interessen nicht nur erhoffen, sondern diese erwarten.</p>
<p>Wir zeigen den Teilnehmern in unseren Seminaren, wie man mit der sog. Sequenzanalyse solch ungetarnte Nebensächlichkeiten in einem Text entdeckt, um das Anliegen des Hinweisgebers besser zu verstehen. Auch Sicherheitsbehörden nutzen die wissenschaftliche Sequenzanalyse zur Auswertung von Entführer- und Erpresserschreiben. Dies ist sozusagen das Werkzeug, mit dem sie in die Innensicht des Autors vordringen.</p>
<p></p>
<p><i style="">Was folgt danach?&nbsp;</i></p>
<p>Auf der zweiten Stufe geht es um Empathie. Damit meine ich nicht Mitleid, sondern den intellektuellen Perspektivwechsel und die Bereitschaft, durch die Brille des Hinweisgebers zu schauen. Um diese kognitive Empathie auszufüllen, muss der Meldestellen-Beauftragte wichtige&nbsp; sozialpsychologische Effekte kennen. Denken Sie beispielsweise an den Bystander-Effekt, der besagt, dass je länger ein Missstand andauert und je mehr Menschen diesen beobachten, desto geringer die Wahrscheinlichkeit einer Meldung wird. Das ist für einen Meldestellen-Beauftragten von besonderer Bedeutung.&nbsp;</p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Sollten Beauftragte bspw. einen Hinweis erhalten, in dem der oder die HinweisgeberIn über einen ihnen schon lange bekannten Missstand berichtet, könnten die Meldestellen-Beauftragten fälschlicherweise Zweifel an der Integrität des Hinweisgebenden hegen und zu einer anderen Sachverhaltseinschätzung kommen.&nbsp;&nbsp;</span></p>
<p>Zudem sollte der Meldestellen-Beauftragte alle gängigen, individuellen Ängste dezidiert kennen, denen sich Hinweisgeber ausgesetzt sehen. Da gibt es weitaus mehr als nur arbeitsrechtliche Konsequenzen. Wir haben diese Ängste aus der Forschungslage einmal für unsere Seminarteilnehmer als Hilfestellung extrahiert, damit sie sich leichter in die Situation des Whistleblowers einfinden können.&nbsp;</p>
<p></p>
<p><i>Reicht Empathie alleine schon aus?&nbsp;</i></p>
<p>Nein. Deshalb muss in einem nächsten Schritt eine vertrauensvolle und freundliche Verbindung zum Hinweisgeber aufgebaut werden. Man spricht hier von dem Begriff des Rapport (franz. Verbindung). Diesen Gedanken hatte man seinerzeit aus der Psychotherapie und -analyse auf Verhandlungssituationen übertragen. Man weiß, dass ein gutes Beziehungsklima nicht nur die Wirksamkeit einer therapeutischen Intervention erhöht, sondern sich Menschen auch viel einfacher überzeugen lassen.&nbsp;</p>
<p>Niemand möchte beispielsweise nur mit einem System kommunizieren, bei man nicht weiß, wer da antwortet. Menschen neigen zu Reaktanz, d. h. sie entwickeln innere Widerstände, wenn sie nicht vertrauen können. Der Meldekanal darf daher für sie keine Blackbox sein, die aus dem unbekannten Nichts antwortet.&nbsp;</p>
<p></p>
<h2><b>Bindung aufbauen und Vertrauen gewinnen</b></h2>
<p><i>Wie können die Beauftragten dies von vorne herein vermeiden?</i></p>
<p>Dafür sollten die Meldestellen-Beauftragten die eigene Hürde überwinden, sich depersonalisiert darzustellen. Es gibt in der Sozialpsychologie verschiedene Effekte und Reflexe, mit denen wir bei dem anderen Menschen Sympathie und Neugierde erzeugen können. Um die Bindung zu stärken, empfehlen wir, dass sich Meldestellen-Beauftragte auch anlasslos bei ihrem Hinweisgeber melden, um sich nach dessen Befinden zu erkundigen. Dies stärkt das Vertrauen in die Meldestelle als Rettungsanker.&nbsp;</p>
<p><i>Wenn man jetzt das Vertrauen nach den ersten Kommunikationen mit dem Hinweisgeber hinreichend gefestigt hat, wie können jetzt die Beeinflussungs- und Überzeugungstechniken eingesetzt werden?&nbsp;</i></p>
<p>Wenn man jetzt die Ängste und Befürchtungen des Hinweisgeber aus dem Text erkannt hat, kann man mit zwei unterschiedlichen psychologischen Ansätzen arbeiten, die auch parallel eingesetzt werden können.&nbsp;&nbsp;</p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Bei ersterem handelt es sich um das Modell des ‚Inneren Teams’, einem Model aus der psychologischen Verhaltenspädagogik, das wegen seiner hohen Variabilität auch in Zeugenschutzprogrammen Anwendung findet. Hierbei geht es darum, die aussagefördernden Absichten eines Hinweisgebers gezielt zu stärken, indem man sie plakativ überbetont und konstant wiederholt. Gleichzeitig müssen potentiell berechtigte Ängste, die sich argumentativ nicht entkräften lassen, ignoriert werden, weil dies sonst dazu führen können, dass sie sich bei dem Hinweisgeber konstituieren und er aus dieser Gedankenschleife nicht mehr herauskommt. Dieses Model hilft sehr stark dabei, die Entscheidungsgedanken des Hinweisgebers von außen zu sortieren und steuern.&nbsp;&nbsp;</span></p>
<p><i>Und wie funktioniert der zweite Ansatz?</i></p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Die andere Überzeugungstechnik arbeitet mit sogenannten Heuristiken, deren Wirksamkeit hinreichend in der Sozialpsychologie untersucht ist. Das sind kognitive Reflexe oder Abkürzungen, mit denen wir Menschen uns täglich in einer komplexen Welt bewegen. Sie ersparen uns aufwendige gedankliche Rechenoperationen und erleichtern Entscheidungen insbesondere dann, wenn wir unsicher sind. Hiervon gibt es rund sechs an der Zahl. Eine dieser Heuristiken ist die Reziprozität: Menschen fühlen sich verpflichtet, etwas zurückzugeben, wenn man ihnen zuvor etwas Unerwartetes oder Persönliches gegeben hat. Dadurch entsteht Beziehung und gegenseitiges Vertrauen.&nbsp;</span></p>
<p><i>Können Sie hierfür ein Beispiel aus dem Alltag nennen?</i></p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Denken Sie z. B. an eine Geburtstagseinladung, mit der Sie nicht gerechnet haben. Sie werden sich verpflichtet fühlen, später eine Gegeneinladung auszusprechen. So können Sie beispielsweise einem Hinweisgeber mitteilen, dass Sie sich persönlich viele Gedanken zu seiner Situation und dem Fall gemacht haben und dies jetzt gerne mit ihm weiter erörtern würden. Hinweisgeber werden ein solches Verhalten wertschätzend empfinden und sich ihnen gerne weiter zuwenden.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Es geht also immer darum, den Hinweisgeber zu einer vollumfänglichen Kooperation zu bewegen und dazu bieten wir den Meldestellen-Beauftragten in unseren <a href="https://hinweisgeber-compliance.de/#seminars" target="_blank" rel="noopener">Trainings</a> gerne unser Wissen an.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">&nbsp;</span></p>
<p><i style="">Vielen Dank für dieses spannende und aufschlussreiche Gespräch, Herr Stuke!</i></p>
<p><b style="font-style: inherit;"><span style="font-style: inherit;">&nbsp;</span></b></p>
<p></p>
<p>Quellen:</p>
<p>¹Herold, Whistleblower. Entscheidungsfindung, Meldeverhalten und kriminologische Bewertung. Schriften zur Kriminologie., 2016, S. 87, 349.&nbsp;</p>
<p>²Helfferich/Kavemann/Rabe, Determinanten der Aussagebereitschaft von Opfern des Menschenhandels zum Zweck sexueller Ausbeutung. Eine qualitative Opferbefragung, 2010, S. 15</p>
<p></p>						</div>
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							<p>Das Hinweisgeberschutzgesetz <span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">einfach und schnell umsetzen.</span></p>						</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Elizabeth Holmes und der Fall Theranos: Geschichte eines Betrugsskandals</title>
		<link>https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/elizabeth-holmes-theranos/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Angelina Dongauser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Feb 2022 13:31:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Expertenbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsvorschriften & Standards]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Medizin-Startup Theranos versprach, Bluttests zu revolutionieren. Doch die Technik funktionierte nicht: Kunden bekamen falsche Diagnosen, Investoren verloren ihr Geld. <thumbnail_link>https://www.integrityline.com/wp-content/uploads/2022/02/Elisabeth-Holmes.jpg</thumbnail_link>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/elizabeth-holmes-theranos/">Elizabeth Holmes und der Fall Theranos: Geschichte eines Betrugsskandals</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/">EQS Integrity Line</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="45272" class="elementor elementor-45272" data-elementor-post-type="blog">
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Ab September 2021 stand Holmes in Kalifornien monatelang wegen Betrugs vor Gericht. Aufgedeckt wurde der Betrugsfall durch die Enthüllungen eines <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/was-ist-ein-whistleblower/" target="_blank" rel="noopener">Whistleblower</a> und die Recherchen eines Reporters vom Wall Street Journal: Die mehr als 200 Bluttests, die Theranos bewarb, konnte deren eigens entwickelte Labor-Maschine „Edison“ nicht im Ansatz selbst durchführen. Die Ergebnisse der wenigen Tests, die das Gerät bewältigte, waren fehlerhaft und unzuverlässig. Patienten erhielten Fehldiagnosen von Diabetes bis Krebs. Holmes versprach den Investoren außerdem einen wesentlich höheren Unternehmensgewinn als Theranos tatsächlich erwirtschaftete.</p><p><span class="TextRun SCXW259644774 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW259644774 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">Für all diese Vorwürfe muss</span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW259644774 BCX4"><span class="TextRun SCXW259644774 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW259644774 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">te</span></span></span><span class="TextRun SCXW259644774 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW259644774 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)"> sie sich vor Gericht verantworten<span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW259644774 BCX4">. Im November 2022 wurde sie </span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW259644774 BCX4"><span class="NormalTextRun ContextualSpellingAndGrammarErrorV2Themed SCXW259644774 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">zu  mehr</span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW259644774 BCX4"> als 11 Jahren Gefängnis verurteilt, im Mai 2023 trat sie ihre Haftstrafe an.</span></span></span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Wie konnte es so weit kommen? Ein Blick auf den Fall Theranos:</span></p>						</div>
				</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Die Idee</h2>		</div>
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							<p>In ihrem ersten Studienjahr an der kalifornischen Eliteuniversität Stanford entwickelte Elizabeth Holmes 2003 die Idee, einen Patch herzustellen, der mikroskopisch kleine Blutproben auf ansteckende Krankheiten testen und zur Behandlung Antibiotika dosieren sollte. Holmes reichte sogar die nötigen Papiere ein, um ein Patent darauf zu erwerben.</p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Daraus entstand wenig später die Geschäftsidee von Theranos: Patienten sollten für Bluttests nicht länger mehrere Röhrchen voller Blut abgeben müssen. Stattdessen sollten wenige Blutstropfen genügen, um nach Markern für Cholesterin, Diabetes, Krebs und andere Krankheiten zu suchen. Die Proben wurden mit einem dafür entwickelten Blutabnahmestift entnommen (ähnlich wie beim Messen des Blutzuckerspiegels bei Diabetikern) und im eigens von der Firma entwickelten Mini-Laborgerät namens „Edison“ analysiert.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Theranos versprach, Bluttests einfacher, schneller und günstiger zu machen. Patienten hätten nicht nur vom schmerzloseren Verfahren, sondern auch von günstigeren Tests profitiert, für die im amerikanischen Gesundheitssystem hohe Kosten anfallen können. Damit hätte das Unternehmen amerikanische Marktführer wie Labcorp und Quest Diagnostics in Bedrängnis gebracht, die für Tests röhrchenweise Blut abnehmen und Ergebnisse erst nach mehreren Tagen liefern. <span class="TextRun SCXW26611720 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW26611720 BCX4">Holmes‘ Geschäftsidee</span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange TrackChangeHoverSelectColorRed SCXW26611720 BCX4"><span class="TextRun SCXW26611720 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun TrackChangeHoverSelectHighlightRed SCXW26611720 BCX4"> des </span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange TrackChangeHoverSelectColorRed SCXW26611720 BCX4"><span class="TextRun SCXW26611720 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed TrackChangeHoverSelectHighlightRed SCXW26611720 BCX4">Theranos</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange TrackChangeHoverSelectColorRed SCXW26611720 BCX4"><span class="TextRun SCXW26611720 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun TrackChangeHoverSelectHighlightRed SCXW26611720 BCX4"> Bluttest</span></span></span><span class="TextRun SCXW26611720 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW26611720 BCX4"> versprach Milliardenumsätze.</span></span><span class="EOP SCXW26611720 BCX4" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335557856&quot;:16777215,&quot;335559739&quot;:360,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></span></p>						</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Der Aufstieg</h2>		</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Nachdem sie ihr Studium in Stanford abgebrochen hatte, nutzte Elizabeth Holmes das von ihren Eltern für ihre Ausbildung gesparte Geld als Startkapital für Theranos. Sie überzeugte ihren Stanford-Professor Channing Robertson von ihrer Idee und gewann ihn als erstes Vorstandsmitglied. Robertson brachte Holmes mit Risikokapitalgebern in Kontakt, bis Ende 2004 sammelte sie 6 Mio. Dollar Kapital ein. Zunächst agierte Theranos im „stealth mode“: ohne Unternehmenswebsite oder Pressemeldungen. Obwohl Holmes ab 2013 ins Rampenlicht trat und schnell zum Medienstar wurde, sollte die geheimnisvolle Aura um Theranos bis zum Fall des Unternehmens fortbestehen.</p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Holmes soll Apple-Gründer Steve Jobs verehrt und nachgeeifert haben: Sie heuerte Apple-Designer für das Produktdesign des Laborgeräts von Theranos, „Edison“, an und trat bald nur noch in schwarzen Rollkragenpullovern auf. Außerdem begann sie, mit einer tieferen Stimme zu sprechen.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Mit diesem Image trat Elizabeth Holmes 2013 an die Öffentlichkeit. Zwei Jahre später schloss das Unternehmen eine Partnerschaft mit der US-Drogeriekette „Walgreens“ ab. In über 40 Filialen sollten Theranos Bluttests angeboten werden. Holmes versprach, die Bluttests würden bald in nur 5 Meilen Entfernung von jedem amerikanischen Haushalt verfügbar sein. Investoren und Geschäftspartnern gegenüber behauptete sie, die Theranos Bluttests seien beim US-Militär in deren Medivac-Hubschraubern im Einsatz – eine Behauptung, die sie erst widerrief, als sie von Ermittlern unter Eid vernommen wurde <span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange TrackChangeHoverSelectColorRed SCXW175098258 BCX4"><span class="TextRun SCXW175098258 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun TrackChangeHoverSelectHighlightRed SCXW175098258 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">und der </span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange TrackChangeHoverSelectColorRed SCXW175098258 BCX4"><span class="TextRun SCXW175098258 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed TrackChangeHoverSelectHighlightRed SCXW175098258 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">Theranos</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange TrackChangeHoverSelectColorRed SCXW175098258 BCX4"><span class="TextRun SCXW175098258 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun TrackChangeHoverSelectHighlightRed SCXW175098258 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)"> Skandal schon </span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange TrackChangeHoverSelectColorRed SCXW175098258 BCX4"><span class="TextRun SCXW175098258 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun TrackChangeHoverSelectHighlightRed SCXW175098258 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">unaufhaltsam Fahrt aufgenommen hatte</span></span></span><span class="TextRun SCXW175098258 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW175098258 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">.</span></span></span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Holmes</span><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;"> wurde zum Medienstar und zur gefeierten Visionärin. Sie war auf dem Cover von „Fortune“, „Forbes“ und „Inc“. 2015 wurde Theranos mit 9 Mrd. Dollar bewertet. Elizabeth Holmes galt als jüngste Selfmade-Milliardärin der USA und landete auf der Liste der 100 einflussreichsten Personen des US-Magazines „Time“. Im gleichen Jahr besuchte der damalige Vize-Präsident Joe Biden das Theranos-Labor in Palo Alto und pries Holmes als Inspiration.</span></p>						</div>
				</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Die Unterstützer</h2>		</div>
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							<div id="c3904" class="ce-regular-text centered big-text"><div class="container"><div class="row"><div class="col-md-8 col-md-offset-2"><p style="font-size: 18px; font-style: normal; font-weight: 300;">Elizabeth Holmes konnte einen mächtigen Kreis an Unterstützern um sich scharen. Einer ihrer ersten und wichtigsten Fürsprecher war Stanford-Professor Channing Robertson. Holmes hatte in seinem Labor gearbeitet, Robertson wurde ihr Mentor und wenig später das erste Vorstandsmitglied bei Theranos. Der Experte für Bio-Engineering verhalf dem Unternehmen nach außen zu wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit und bekam dafür ein üppiges Gehalt. Er verteidigte Holmes und Theranos lange gegen kritische Nachfragen und Zweifel an der Wirksamkeit der Technologie. Ob Robertson von den Problemen mit der Technik wusste, ist offen.</p><p style="font-size: 18px; font-style: normal; font-weight: 300;">2011 traf Holmes den früheren US-Außenminister George Shultz, wenig später wurde auch er Vorstandsmitglied bei Theranos. Mithilfe des gut vernetzten George Shultz wurde der Vorstand innerhalb der kommenden Jahre mit weiteren einflussreichen Personen aus Politik und Wirtschaft besetzt, darunter der frühere Außenminister Henry Kissinger, der ehemalige Verteidigungsminister William Perry, General Jim Mattis, und der frühere CEO der Wells Fargo Bank, Richard Kovacevich.</p><p style="font-size: 18px; font-style: normal; font-weight: 300;">Geld für ihr Startup bekam <span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW193937814 BCX4"><span class="TextRun SCXW193937814 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SpellingErrorHighlight SCXW193937814 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">Theranos</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW193937814 BCX4"><span class="TextRun SCXW193937814 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW193937814 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">-Gründerin Holmes </span></span></span>von nicht minder bekannten Namen: Die Walmart-Gründer-Familie Walton investierte 150 Mio. Dollar, Medienmogul Rupert Murdoch über 120 Mio. Dollar, die ehemalige Bildungsministerin Betsy DeVos 100 Mio. Dollar. Sie alle verloren ihr Investment mit dem Zusammenbruch von Theranos.</p></div></div></div></div>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Die Probleme</h2>		</div>
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							<div id="c3904" class="ce-regular-text centered big-text"><div class="container"><div class="row"><div class="col-md-8 col-md-offset-2"><p>2009<b> </b>stieg Ramesh „Sunny“ Balwani bei Theranos mit ein. Er kümmerte sich fortan um das Tagesgeschäft, besaß jedoch keine Kenntnisse von Biomedizin und hatte nie in einem Tech-Startup gearbeitet. Mitarbeitern wurde schnell klar, dass er die Prozesse und Technologien im Labor nicht verstand. Aufgrund seines aufbrausenden Temperaments wurde Balwani im Unternehmen schnell als „enforcer“ bekannt, als Vollstrecker. Elizabeth Holmes verheimlichte vor Mitarbeitern und dem Vorstand von Theranos die Tatsache, dass sie mit Sunny Balwani eine Beziehung führte.</p><p> <span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Theranos ve</span><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">rsprach, anhand von nur wenigen Blutstropfen zahlreiche Bluttests zu Hinweisen auf Krankheiten wie Diabetes oder Krebs durchführen zu können. In den Interviews von Firmengründerin Elizabeth Holmes variierte die Zahl der angeblich durchführbaren Tests: Oft war von über 200 die Rede, ein Unternehmensprofil im US-Businessmagazin Inc. sprach 2015 sogar von über 250. Doch der „Edison“ – das Gerät, das die Theranos Bluttests durchführen sollte – hielt bis zuletzt nicht, was das Unternehmen und Gründerin Elizabeth Holmes versprachen. Das Gerät gab unzuverlässige oder falsche Ergebnisse aus. Einzig der Test auf das Herpes-Virus wurde im Juli von der amerikanischen Aufsichtsbehörde Food and Drug Administration (FDA) als zuverlässig anerkannt. Um die große Anzahl der beworbenen Tests durchführen zu können, besorgte Theranos Fremdgeräte von Siemens, verheimlichte diesen Umstand jedoch vor Patienten, Geschäftspartnern und Investoren. Eine FDA-Inspektion legte 2015 außerdem Unzulänglichkeiten bei den Tests offen, die Theranos erst einige Wochen später öffentlich machte.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Mitarbeiter im Labor machten auf die Probleme mit „Edison“ aufmerksam und dokumentierten sie in Fehlerreports. Doch die Hinweise wurden von der Firmenleitung <span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW138303347 BCX4"><span class="TextRun SCXW138303347 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW138303347 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">um Elizabeth Holmes und Sunny </span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW138303347 BCX4"><span class="TextRun SCXW138303347 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW138303347 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">Balwani</span></span></span> ignoriert. Statt an der Problemlösung zu arbeiten, wurden aus den Ergebnissen der Testläufe im Unternehmen nur die korrekten Daten herausgefiltert und weiter ausgewertet. Die falschen Ergebnisse wurden ignoriert. Holmes‘ Partner Sunny Balwani soll zweifelnde oder kritische Mitarbeiter unter Druck gesetzt haben. Ehemalige Mitarbeiter bes</span><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">chreiben die <a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/warum-ist-ethische-unternehmensfuehrung-schwer/" target="_blank" rel="noopener">Firmenkultur</a> als eine Mischung aus Misstrauen, psychischem Druck und Lügen. Holmes selbst soll ihren Mitarbeitern gegenüber selbst bei kleinen Details gelogen haben und behauptete etwa in Emails, nicht im Büro zu sein, obwohl sie nur wenige Meter entfernt an ihrem Schreibtisch saß. Zahlreiche Mitarbeiter kündigten oder wurden gefeuert, wenn sie zu viele Fragen stellten oder zu kritisch waren.</span></p></div></div></div></div>						</div>
				</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Die Whistleblower</h2>		</div>
				</div>
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							<p>Tyler Shultz, <span class="TextRun SCXW38942476 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW38942476 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)"> Enkel des einsti</span></span><span class="TextRun SCXW38942476 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW38942476 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">gen US-Außenministers George Shultz,</span></span> begann 2013 bei Theranos zu arbeiten und war ein begeisterter Anhänger von Holmes‘ Vision. Er bekam eine Vollzeitstelle im Diagnoseteam und stieß bald auf Probleme mit den Testergebnissen. Trotz fehlerhafter Ergebnisse wurden die Reports in der internen Statistikabteilung abgenommen und Daten in den Reports verändert. Tyler  Shultz fiel auf, dass die Arbeitsweise des „Edison“ niemandem genau bekannt war. Selbst Inspektoren wurde der Zugang zum Labor verweigert, in dem die „Edison“-Geräte arbeiteten. Denn dort liefen die Bluttests nicht durch Theranos‘ eigenes Equipment, sondern durch Fremd-Geräte.</p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Auch die Laborassistentin Erika Cheung stieg ins Unternehmen ein, weil sie von Holmes‘ Vision begeistert war. Cheung arbeitete in den Jahren 2013 und 2014 sechs Monate lang im Theranos Labor und entdeckte bald ebenfalls, dass fehlerhafte Testergebnisse gelöscht wurden. Als sie ihr eigenes Blut von einer Theranos-Maschinen testen ließ, zeigte das Ergebnis einen Vitamin-D-Mangel an, den konventionelle Tests widerlegten. Sie machte Sunny Balwani auf die Probleme aufmerksam, doch der stellte ihre Kompetenz in Frage.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Nach sechs Monaten im Unternehmen war Cheung von den Vorgängen im Unternehmen so alarmiert, dass sie kündigte. Theranos begann sie daraufhin zu bedrängen und engagierte Privatdetektive, die Cheung folgten. Cheung sagte später, sie fühlte sich so bedroht und überwacht, dass sie mehrmals den Wohnort wechselte und sich ein Prepaid-Telefon zulegte, damit ihre Anrufe nicht überwacht werden konnten.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Auch Tyler Shultz machte intern auf die Probleme aufmerksam: Er suchte das Gespräch mit Elizabeth Holmes, aber seine Sorgen wurden nicht ernst genommen. Sie verweigerte ihm ein zweites Gespräch und bat ihn, seine Beobachtungen in einer E-Mail zusammenzufassen. Die Antwort kam nicht von Holmes, sondern ihrem Partner Ramesh „Sunny“ Balwani, der Shultz in der E-Mail beleidigte und bedrohte.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Shultz wandte sich daraufhin an seinen Großvater, George Shultz, der im Vorstand von Theranos saß – doch der wollte ihm zunächst nicht glauben. Seine Familie riet ihm, den Job unter einem Vorwand zu kündigen. Die Situation gipfelte in einem Treffen im Haus seines Großvaters George Shultz, bei dem Anwälte von Theranos Tyler Shultz drängten, eine Schweigeverpflichtung zu unterzeichnen. Er weigerte sich.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Wie Tyler Shultz wurde auch Erika Cheung von Theranos‘ Anwälten bedrängt. Nachdem ein Reporter des Wall Street Journal namens John Carreyrou Kontakt zu ihr aufgenommen hatte, erhielt sie einen Brief, in dem ihr der hochkarätige Unternehmensanwalt von Theranos mit einer Klage drohte.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">2015 schrieb Cheung deshalb einen Brief an die Aufsichtsbehörde Centers for Medicare &amp; Medicaid Services (CMS) und legte die Probleme um die Theranos Bluttests und das Labor des Unternehmens offen. Die Behörde unternahm daraufhin eine Überraschungs-Inspektion in den Laboren des Startups, bei der zahlreiche Verstöße festgestellt wurden. Tyler Shultz wandte sich indes nicht an die Behörden, sondern an Reporter Carreyrou, Mithilfe der Informationen von Shultz und eigenen Recherchen veröffentlichte Carreyrou im Oktober 2015 einen ersten Artikel, in dem er offenlegte, dass Theranos nicht die eigenen Maschinen für die Bluttests einsetzte und dass der „Edison“ unzuverlässige Ergebnisse lieferte. Theranos stritt alle Vorwürfe als falsch ab, drohte Carreyrou und Shultz mit Klagen.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Die Drogeriekette Walgreens stellte die Zusammenarbeit mit Theranos vorübergehend ein. Im Januar 2016 warnte die staatliche Aufsichtsbehörde CMS nach unzuverlässigen Ergebnissen beim Nachweis eines Blutverdünners, dass Theranos Bluttests die Patientengesundheit gefährdeten. Drei Monate später begannen die Strafverfolgungsbehörden und die Finanzaufsicht SEC Ermittlungen gegen Theranos. Sunny Balwani, der das Tagesgeschäft bei Theranos geführt hatte, verließ das Unternehmen.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;"><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW248928066 BCX4"><span class="TextRun SCXW248928066 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW248928066 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">Doch der Skandal um </span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW248928066 BCX4"><span class="TextRun SCXW248928066 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW248928066 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">Theranos</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW248928066 BCX4"><span class="TextRun SCXW248928066 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW248928066 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)"> war nicht mehr aufzuhalten. </span></span></span>Walgreens und andere Partner klagten gegen Theranos, der Fall endete 2017 mit einem Vergleich. Anfang 2018 verkündete die SEC eine Anklage gegen Elizabeth Holmes und ihren Businesspartner Sunny Balwani. Holmes musste ihren Posten als CEO aufgeben und wurde mit dem Verbot belegt, in den kommenden 10 Jahren ein börsennotiertes Unternehmen zu leiten. <span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW248928066 BCX4"><span class="TextRun SCXW248928066 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW248928066 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">Zwar </span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW248928066 BCX4"><span class="TextRun SCXW248928066 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW248928066 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">war eine </span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW248928066 BCX4"><span class="TextRun SCXW248928066 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW248928066 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">Theranos</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW248928066 BCX4"><span class="TextRun SCXW248928066 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW248928066 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)"> Aktie nie an der Börse öffentlich gehandelt worden, </span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW248928066 BCX4"><span class="TextRun SCXW248928066 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW248928066 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">d</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW248928066 BCX4"><span class="TextRun SCXW248928066 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW248928066 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">och </span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW248928066 BCX4"><span class="TextRun SCXW248928066 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW248928066 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">im Laufe mehrerer Finanzierungsrunden hatte Holmes von Investoren Ge</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW248928066 BCX4"><span class="TextRun SCXW248928066 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW248928066 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">ld im Gegenzug für Firmenanteile eingesammelt. </span></span></span>Im Juni 2018 erhoben die kalifornischen Strafverfolgungsbehörden Anklage gegen Holmes und Balwani. Theranos wurde drei Monate später geschlossen.</span></p>						</div>
				</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Speak-Up-Kultur und Whistleblowing
</h2>		</div>
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							<p>Erika Cheung und Tyler Shultz wurden zu Whistleblowern, weil ihre Sorgen im Unternehmen nicht ernst genommen wurden. Cheung hatte sich an die Nummer Zwei im Unternehmen, Sunny Balwani gewandt, um ihn darauf aufmerksam zu machen, dass Theranos‘ Umgang mit fehlerhaften Testergebnissen nicht wissenschaftlichen Standards entsprach. Statt sie ernst zu nehmen, zog Balwani ihre Kompetenz in Zweifel. Nachdem sie das Unternehmen desillusioniert verlassen hatte, drohte ihr das Unternehmen zudem mit rechtlichen Maßnahmen.</p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Tyler Shultz wandte sich mit seinen Beobachtungen zunächst direkt an CEO Elizabeth Holmes. Sie bat ihn, seine Kritikpunkte zu verschriftlichen. Obwohl die Verantwortlichen die Hinweise auf Fehlverhalten damit schwarz auf weiß hatten, leiteten sie keine Untersuchung ein, sondern reagierten mit Vorhaltungen und Repressalien. Shultz wurde von Balwani in einer Email beleidigt und bedroht.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Damit höhlte Theranos eine der zentralen Säulen aus, die gute <a href="https://www.eqs.com/de/compliance-wissen/blog/was-ist-compliance/" target="_blank" rel="noopener">Compliance</a> in Unternehmen ausmachen: Eine gesunde Speak-Up-Kultur, in der Mitarbeiter ohne Angst auf Probleme oder Fehlverhalten im Unternehmen hinweisen können. Eine gesunde Speak-Up-Kultur – etwa durch eine Whistleblower-Hotline oder eine <a href="https://www.integrityline.com/de/">digitale Hinweisgeberplattform</a> und verbindlich definierte Regeln für den Umgang mit Whistleblowern können ein Unternehmen vor dem schützen, was Theranos erlebt hat: Indem Hinweise aufgegriffen, Whistleblower ernst genommen und ihre Beobachtungen schnell untersucht werden, können rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden, um Probleme intern zu lösen.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Vernachlässigen oder unterbinden Unternehmen eine offene <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/speak-up-kultur/" target="_blank" rel="noopener">Speak-Up-Kultur</a> und einen <a href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/white-paper/hinweisgeberschutz-fuer-unternehmen/">vertrauensvollen Umgang mit Whistleblowern</a>, zeigt der Theranos Skandal auf dramatische Weise die Konsequenzen: Weil beide Whistleblower sich von den Verantwortlichen nicht ernst genommen fühlten und abgewimmelt wurden, alarmierten sie schließlich Organisationen und Pressevertreter außerhalb des Unternehmens. Das Fehlverhalten bei Theranos und die Reaktion darauf wurde der Geschäftsleitung um Elizabeth Holmes und Sunny Balwani damit aus der Hand genommen. Es folgten Enthüllungen in der Presse, Inspektionen durch Aufsichtsbehörden, Strafmaßnahmen, Bankrott und Schließung des Unternehmens und die Anklage der Verantwortlichen.</span></p>						</div>
				</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Der Prozess</h2>		</div>
				</div>
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							<p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Drei Jahre nach dem Ende von Theranos begann im September 2021 in Kalifornien der Prozess gegen Gründerin Elizabeth Holmes. Er wurde zunächst von der Pandemie, dann von Holmes‘ Schwangerschaft verzögert: Holmes ist nach der Trennung von Balwani mit einem wohlhabenden Erben liiert, die beiden bekamen im Juli 2021 ihr erstes gemeinsames Kind. Während des Prozesses wurde für die junge Mutter ein eigener Raum zur Verfügung gestellt, in dem sie ihren Sohn stillen und versorgen kann. <span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW176147403 BCX4"><span class="TextRun SCXW176147403 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW176147403 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">In den Augen ihrer Kritikerinnen und Kritiker hat Elizabeth Holmes selbst die Schwangerschaft gezielt eingesetzt, um den Prozess zu verzögern und womöglich bei der Jury Sympathiepunkte zu bekommen.</span></span></span><span class="EOP SCXW176147403 BCX4" data-ccp-props="{&quot;134233117&quot;:false,&quot;134233118&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:360,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Die Ankläger warfen Elizabeth Holmes vor, Investoren und Patienten absichtlich in die Irre geführt zu haben: Von den über 200 beworbenen Theranos Bluttests konnten die hauseigenen „Edison“-Geräte nur die wenigsten selbst durchführen und lieferten keine korrekten Ergebnisse. Holmes wurde außerdem vorgeworfen, über die Höhe der Unternehmensgewinne gelogen zu haben.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Angeklagt wurde auch ihr früherer Geschäftspartner Ramesh „Sunny“ Balwani. Holmes führte während seiner Zeit im Unternehmen eine Beziehung mit ihm, die sie vor Mitarbeitern und Investoren geheim hielt. Auch Balwani wurde mehrfacher Betrug vorgeworfen. Holmes‘ Anwälte konnten im Vorfeld erreichen, dass die Prozesse der beiden getrennt verhandelt wurden und Holmes als erste vor Gericht stand. <span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange TrackChangeHoverSelectColorRed SCXW50567271 BCX4"><span class="TextRun SCXW50567271 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun TrackChangeHoverSelectHighlightRed SCXW50567271 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">Sunny </span></span></span><span class="TextRun SCXW50567271 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW50567271 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">Balwanis</span><span class="NormalTextRun SCXW50567271 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)"> Prozess</span></span><span class="TrackChangeTextDeletionMarker TrackedChange SCXW50567271 BCX4"><span class="TextRun SCXW50567271 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun TrackChangeTextDeletion SCXW50567271 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)"> </span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW50567271 BCX4"><span class="TextRun SCXW50567271 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW50567271 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">begann erst 2022.</span></span></span></span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">In den ersten Prozesswochen präsentierte die Staatsanwaltschaft mit zahlreichen Dokumenten und hochkarätigen Zeugen ihren Fall: Der frühere Labordirektor Adam Rosendorff sprach detailliert über die fehlerhaften Ergebnisse, die das Theranos-Gerät „Edison“ auswarf. Rosendorff sprach im Zeugenstand darüber, dass er  Elizabeth Holmes über die Probleme in Kenntnis gesetzt hatte, sie seine Bedenken allerdings beiseite gewischt hatte. Als Rosendorff das Unternehmen 2014 verließ, verpflichtete Theranos einen neuen Labordirektor: Sunil Dhawan, den Dermatologen von Ramesh „Sunny“ Balwani, der keine Erfahrung als Labordirektor hatte.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Zwei der markantesten Beispiele für die fehlerhaften Testergebnisse der Theranos-Maschinen waren zwei Patientinnen: Eine der Frauen wurde als HIV-positiv diagnostiziert – der Befund wurde durch weitere Bluttests widerlegt. Eine zweite Frau, die mehrere Fehlgeburten erlitten hatte, bekam während ihrer Schwangerschaft <span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW42375313 BCX4"><span class="TextRun SCXW42375313 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW42375313 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">nach einem </span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW42375313 BCX4"><span class="TextRun SCXW42375313 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW42375313 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">Theranos</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW42375313 BCX4"><span class="TextRun SCXW42375313 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW42375313 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)"> Bluttest</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW42375313 BCX4"><span class="TextRun SCXW42375313 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW42375313 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)"> Testergebnis</span></span></span><span class="TextRun SCXW42375313 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW42375313 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">,</span></span><span class="TrackChangeTextDeletionMarker TrackedChange SCXW42375313 BCX4"><span class="TextRun SCXW42375313 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun TrackChangeTextDeletion SCXW42375313 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)"> das</span></span></span> auf einen erneuten Verlust des Fötus‘ hindeutete. Der Test war fehlerhaft, die Frau bekam ein gesundes Baby. Interne Emails legten indes offen, dass das Startup fehlerhafte Ergebnisse bei Besuchen von Investoren und Geschäftspartnern mithilfe eines modifizierten Demo-Geräts verschleierte oder Testergebnisse teilweise vor ihnen geheim hielt.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Die Staatsanwaltschaft präsentierte außerdem einen 55-seitigen Report, in den Verantwortliche bei Theranos nachträglich die Logos der Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline, Pfizer und Schering-Plough eingefügt hatten, um den Eindruck zu erzeugen, dass die Technologie <span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW177860337 BCX4"><span class="TextRun SCXW177860337 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW177860337 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">um die </span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW177860337 BCX4"><span class="TextRun SCXW177860337 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW177860337 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)">Theranos</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW177860337 BCX4"><span class="TextRun SCXW177860337 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW177860337 BCX4" data-ccp-parastyle="Normal (Web)"> Bluttests </span></span></span>von den Pharmaunternehmen anerkannt wurde. Ein bei Pfizer beschäftigter Wissenschaftler bezeugte allerdings, er habe die Behauptungen des Startups als unglaubwürdig eingestuft und Pfizer von einer Zusammenarbeit abgeraten. Die Staatsanwälte waren in der Lage zu zeigen, dass Theranos den Report mit den nachträglich eingefügten Logos dennoch an Investoren und Geschäftspartner gesandt hatte.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">In den Zeugenstand traten außerdem Investoren und der ehemalige US-Verteidigungsminister General James Mattis, der im Aufsichtsrat von Theranos saß. Mattis bezeichnete Gründerin Elizabeth Holmes als seine Primärquelle für alle Informationen über das Unternehmen und dessen Technologie. Er legte dem Gericht eine Präsentation vor, die sie vor dem Aufsichtsrat hielt. Die Präsentation behauptete unter anderem, die Technologie sei auch von der US-Aufsichtsbehörde FDA und der Weltgesundheitsorganisation WHO validiert worden – beides ist nie geschehen.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Die zwei größten Überraschungen des Prozesses: Obwohl Whistleblowerin Erika Cheung vor Gericht eine Aussage machte, wurde Whistleblower Tyler Shultz nicht in den Zeugenstand gerufen. Entgegen aller Erwartungen machte dafür ab Ende November Elizabeth Holmes eine Zeugenaussage.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Sie gab an, an der Universität Stanford als Studentin vergewaltigt worden zu sein. Danach habe sie das Studium abgebrochen und sich auf Theranos konzentriert. In ihrer siebentägigen Zeugenaussage beschuldigte Holmes zudem ihren früheren Partner Ramesh „Sunny“ Balwani des psychischen und sexuellen Missbrauchs. Als 18-Jährige hatte Holmes den 20 Jahre älteren Balwani kennengelernt und mit ihm ein Jahrzehnt lang eine Beziehung geführt. Sunny Balwani soll sie bevormundet und kontrolliert haben: Angefangen bei ihrer Ernährung bis zum Kontakt zu ihrer Familie und bei Entscheidungen im Unternehmen. Den Vorwurf, sie halbe falsche Angaben über einen Vertrag mit dem Militär gemacht, versuchte sie als Missverständnis zu entkräften. Sie gab an, den gefälschten Report mit den nachträglich eingefügten Firmenlogos zu bereuen. Auch, dass sie ehemalige Angestellte wie die Whistleblower Erika Cheung und Tyler Shultz mit Privatdetektiven und Anwälten bedrängt habe, bezeichnete Elizabeth Holmes als Fehler.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Die Verteidigung versuchte wiederholt, den Investoren mangelnde Due Diligence anzulasten: Im Kreuzverhör versuchten Holmes‘ Anwälte den Geldgebern immer wieder vorzuwerfen, aus Geldgier nicht genügend Recherchen über das Startup angestrengt zu haben. Die Logik hinter der Strategie: Große Versprechungen gehören im Silicon Valley dazu – Unternehmen wie Uber oder WeWork locken Investoren mit großen Visionen ihrer zuweilen unausgereiften Technologie, die erst nach Jahren zum profitablen Business werden.</span></p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">Im Kreuzverhör musste Elizabeth Holmes zugeben, während ihrer Beziehung mit Sunny Balwani über mehrere Jahre auch eine Beziehung mit einem weiteren Mann unterhalten zu haben. Sie musste Emails und Textnachrichten zwischen ihr und ihrem früheren Partner vorlesen, in denen die beiden Probleme bei Theranos thematisierten. Die Staatsanwaltschaft versuchte damit deutlich zu machen: Entgegen der Behauptungen der Verteidigung wusste Holmes sehr wohl, was in ihrem Unternehmen falsch lief. </span></p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Das Urteil</h2>		</div>
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							<p><span data-contrast="none">Im Januar 2022 wurde Holmes von der Jury in vier von elf Anklagepunkten schuldig gesprochen. </span><span data-contrast="none">Die Jury hatte sieben Tage lang, insgesamt 50 Stunden, über die Anklagepunkte beraten und </span><span data-contrast="none">sah ihre Schuld </span><span data-contrast="none">in drei </span><span data-contrast="none">Fällen des Betrugs und einem Fall des versuchten Betrugs als bewiesen an. Vier Anklagepunkte, in denen Elizabeth Holmes vorgeworfen wurde, Patientinnen und Patienten betrogen zu haben, verwarf die Jury. Bei drei Vorwürfen der Staatsanwaltschaft</span><span data-contrast="none">, die sich auf den Betrug von Investoren bezogen, konnten sich die Jury-Mitglieder nicht auf ein Urteil einigen. </span><span data-ccp-props="{&quot;134233117&quot;:false,&quot;134233118&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:360,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p><p><span data-contrast="none">Für jeden einzelnen Anklagepunkt drohten Elizabeth Holmes bis zu zwanzig Jahre Haft. </span><span data-contrast="none">Wie im amerikanischen Justizsystem </span><span data-contrast="none">nicht un</span><span data-contrast="none">üblich, musste sie nach ihrer Verurteilung monatelang auf den Urteilssp</span><span data-contrast="none">ruch des Richters warten. </span><span data-contrast="none">Die </span><span data-contrast="none">Theranos</span><span data-contrast="none">-Gründerin legte gegen ihre Verurteilung Widerspruch ein</span><span data-contrast="none">. Nachdem auch noch Dr. Adam </span><span data-contrast="none">Rosendorff</span><span data-contrast="none">, ein wichtiger Zeuge der Anklage, </span><span data-contrast="none">Elizabeth Holmes </span><span data-contrast="none">nach ihrer Verurteilung </span><span data-contrast="none">einen Besuch abstattete</span><span data-contrast="none">, zogen ihre Anwälte </span><span data-contrast="none">Rosendorffs</span><span data-contrast="none"> Glaubwürdigkeit in Frage und verlangten einen neuen Prozess – vergeblich. Holmes </span><span data-contrast="none">überraschte Medien und Öffentlichkeit einmal mehr, als sie bei </span><span data-contrast="none">den </span><span data-contrast="none">Anhörungen sichtb</span><span data-contrast="none">ar schwanger mit ihrem zweiten Kind erschien. </span><span data-ccp-props="{&quot;134233117&quot;:false,&quot;134233118&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:360,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p><p><span data-contrast="none">Währenddessen begann im März </span><span data-contrast="none">2022 </span><span data-contrast="none">der Prozess gegen ihren früheren Partner Sunny </span><span data-contrast="none">Balwani</span><span data-contrast="none">, der im Juli </span><span data-contrast="none">in zwölf Fällen des Betrugs für schuldig befunden wurde. </span><span data-contrast="none">Seine Verteidigungsstrategie, auf Elizabeth Holmes als Firmenchefin und Verantwortlic</span><span data-contrast="none">he zu verweisen und zu behaupten, er habe zu jeder Zeit an den Erfolg und das Potenzial der </span><span data-contrast="none">Theranos</span><span data-contrast="none"> Bluttests geglaubt, überzeugte die Jury nicht. Zum Verhängnis wurden ihm dabei auch die unzähligen SMS und Emails</span><span data-contrast="none">, aus denen hervorging, wie tief Sunny </span><span data-contrast="none">Balwani</span><span data-contrast="none"> in die Alltagsgeschäfte bei </span><span data-contrast="none">Theranos</span><span data-contrast="none"> involviert war. </span><span data-ccp-props="{&quot;134233117&quot;:false,&quot;134233118&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:360,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p><p><span data-contrast="none">Die Urteilssprüche für Elizabeth Holmes und Sunny </span><span data-contrast="none">Balwani</span><span data-contrast="none"> kamen Ende 2022</span><span data-contrast="none">: Holmes wurde </span><span data-contrast="none">für den Betrug mit den </span><span data-contrast="none">Theranos</span><span data-contrast="none"> Bluttests </span><span data-contrast="none">zu über 11 Jahren Gefängnis verurteilt, </span><span data-contrast="none">Balwani</span><span data-contrast="none"> zu beinahe 13. </span><span data-contrast="none">Die Einsprüche der Beklagten gegen ihre Verurteilungen wurden abgewiesen. Sunny </span><span data-contrast="none">Balwani</span><span data-contrast="none"> trat seine Haftstrafe im April 2023 an</span><span data-contrast="none">. Die 39-jährige Elizabeth Holmes lief ihre letzten Schritte in Freiheit am 30. Mai 2023 zum Gelände </span><span data-contrast="none">des Federal Prison Camp in Bryan, Texas. </span><span data-ccp-props="{&quot;134233117&quot;:false,&quot;134233118&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:360,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p><p><span data-contrast="none">Das letzte Kapitel im </span><span data-contrast="none">Theranos</span><span data-contrast="none"> Skandal war auch das nicht. </span><span data-contrast="none">Holmes und </span><span data-contrast="none">Balwani</span><span data-contrast="none"> wurden </span><span data-contrast="none">zusätzlich zu ihren Gefängnisstrafen </span><span data-contrast="none">verurteilt, insgesamt 452 Millionen Dollar</span><span data-contrast="none"> Entschädigung an die geprellten Investoren zu zahlen. </span><span data-contrast="none">Dafür soll Holmes nach ihrer Freilassung jeden Monat 250 Dollar oder 10 Prozent ihres Einkommens darauf verwenden. Die Anwälte </span><span data-contrast="none">der </span><span data-contrast="none">einst jüngste</span><span data-contrast="none">n</span><span data-contrast="none"> Selfmade-</span><span data-contrast="none">Milliardärin wandten sich im Juni 2023 an den Richter und beklagten: Elizabeth Holmes habe nur sehr begrenzte finanzielle Mittel.</span><span data-ccp-props="{&quot;134233117&quot;:false,&quot;134233118&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:360,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>						</div>
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			<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Mehr zum Fall Theranos</h2>		</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
							<p>Der Podcast <a href="https://abcaudio.com/podcasts/the-dropout/" target="_blank" rel="noopener">„The Dropout“</a> rekonstruiert Elizabeth Holmes‘ Rolle vom Aufstieg bis zum Fall des Unternehmens und begleitet den Prozess gegen sie.</p><p><span style="font-style: inherit; font-weight: inherit;">John Carreyrou, der den Betrug bei Theranos im Wall Street Journal öffentlich machte, hat über seine Recherchen und den Fall das Buch „Bad Blood: Secrets and Lies in a Silicon Valley Startup“ geschrieben. Er hostet außerdem den Podcast <a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/bad-blood-the-final-chapter/id1575738174" target="_blank" rel="noopener">„Bad Blood: The Final Chapter“</a> über den Prozess.</span></p>						</div>
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							<p>Whistleblowing Report</p>						</div>
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							<p>Umfassende Studie über Whistleblowing in europäischen Unternehmen</p>						</div>
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		<thumbnail_link>https://www.integrityline.com/wp-content/uploads/2022/02/Elisabeth-Holmes.jpg</thumbnail_link><p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/knowhow/blog/elizabeth-holmes-theranos/">Elizabeth Holmes und der Fall Theranos: Geschichte eines Betrugsskandals</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.integrityline.com/de/">EQS Integrity Line</a>.</p>
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